Heute ist Grand Canyon Tag. Wir lassen – einmal mehr – ruhig angehen. Auf dem Plan stehen „nur“ 240 km in 2,5h Fahrt das lädt ein nochmal den Canyon zu inspizieren an verschiedenen Punkten.
Wir beginnen im Canyon Village. Der Blick in den voll beleuchteten Canyon ist dann doch nochmal beeindruckender, als letzte Nacht, oder kurz vorm Untergang von Klara. Wir beschließen etwas am Canyon zu schlendern und stellen fest – Achtung: Profi-Tipp von alten Hasen – der Canyon ist so sch… mega hyper düper süper groß, dass es fast keinen Sinn ergibt, an nur einer Stelle anzuhalten und spazieren zu gehen. Wieso? Weil sich der Blick auf den Canyon einfach nicht verändert… auch bei 4km Gängen verändert sich der Blickwinkel einfach nicht, oder eher minimal, sodass man immer das gleiche vom Canyon sieht. Wir beschließen daher uns in Richtung Page auf zu machen, da wir auf dem Weg ohnehin eine gefühlte Bazillion ViewPoints passieren werden und da diese hübsch versetzt sind, sieht man auch mehr vom Canyon ![]()
Aaaaber bevor es vom Village losgeht, muss noch ein Eis her. Es ist angenehm warm, die Sonne scheint und die Wolken sind kaum vorhanden… naja kaum… circa gute 10% vom Himmel sind nicht blau, aber diese 10% sind fies und beinhalten auch Regenschauer – ganz seltsam, aber Amerika Eben. Nachdem wir direkt nach dem Eis so ne fiese Wolke mit Schauer zu Fuß erwischen, sind wir auf dem Rückweg zum Auto im Urlaub genötigt zu rennen! Ja rennen, damit die Klamotten trocken bleiben und viel wichtiger: damit ich keine Pornolocke bekomme. Jeder mit Locken, kennt meinen Schmerz an dieser Stelle… grauenvoll!
Na jedenfalls haben wir das so hinbekommen und starten durch in Richtung Page. Zum Sonnenuntergang möchte Stefan beim Horseshoe Bend sein, das steht heute als einziges noch auf dem Plan. Auf dem Weg nach Page halten wir noch an dem ein oder anderen Point, werfen ein paar Blicke in die Untiefe vor uns und halten so viel wie möglich elektronisch fest. Auch das ein oder andere riskante Bild ist dabei, aber nassen Hände sieht man ja nicht auf den Fotos ![]()
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Der Canyon an sich ist für mich schon echt richtig beeindruckend. Allein auch gestern das Bild zum Untergang, als es zwischen den Bergen noch so diesig war und sich jeder Sonnenstrahl sein Weg zum Boden erkämpfen musste – richtig richtig gut [Bild nochmal im Anhang, weil so schnafte]
Aber auch wenn der Canyon beeindruckend von oben ist, reizt es mich nicht, mal nach unten zu gehen und die Füße in den Colorado River zu halten, mal ganz abgesehen davon, dass der von hier oben eher wir ne braune Suppe aussieht. Aber dass muss jeder mit sich ausmachen, wo und wie der Canyon am tollsten ist. Die Subjektivität spielt ja überall mit rein.
Da wir kurz vor der Grenze von Utah sind, spielt unser Auto etwas verrückt, zeigt eine Stunde mehr an, als es in Arizona eigentlich erst ist. Dem geschuldet wir das Foto vom Horseshoe Bend plötzlich doch ne knappe Nummer. Leicht hektisch im Hotel angekommen dann doch Entwarnung. Wir haben doch noch zwei Stunden Zeit und können uns ein leckeres Sub zum Abend zu gönnen… junge junge junge… ein Sub geht wirklich immer und dann hat se auch gleich ne riesen Portion Cheddar raufgeballert
Yammy! ![]()
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wir kommen gehen 17.30 an und haben bis zum Untergang wirklich noch mehr als genug Zeit. Zeit für Stefan, sich den gewünschten Foto-Spot zu ergattern und sich zwischen den Menschenmassen mit brachialer Gewalt zu behaupten. Sind schon echt viele hier aber die Zeit passt ja auch. Klara will sich nämlich direkt über dem Bend in den Feierabend verabschieden. Während Stefan mit Rinka ein bisschen Place Wars spielt, erklimmen Tick, Trick & Track einen kleinen Hügel abseits der Massen. Von hier Oben hat man einen ebenfalls spektakulären Blick auf den Fels, an den sich der Colorado River so farbenfroh kuschelt. Okay ist hier nicht ganz ungefährlich, aber vermutlich das lässt die Menschenmassen hier auch verebben. Find ich gut so, vorne an der Klippe… da dürfen gern andere sich hindrängeln. Gerade der Spot wo Stefan sich beharrlich behauptet ist der beliebteste und die Leute stehen Schlange um da einmal mit einem Beim am Abgrund zu stehen. Verrückt… sogar Pärchen drängeln sich da hin. Vielleicht wollen sie ja direkt gemeinsam in den Tot fallen. Vielleicht bin ich auch nur einfach ein zu großer Schisser, was Höhen angeht… vielleicht… Pärchen… ich könnt kotzen… im Strahl [Insider
Anmerkung der Redaktion]
Als sich die Sonne am Horizont befindet geht alles plötzlich ganz schnell. Schwupp alles rot und Schwupp alle weg. Wir beschließen noch zu bleiben, weil auch die Temperaturen wieder angenehm werden. Während wir da so sitzen und weniger schwitzen kommt uns die Idee für das Abendprogramm – Sterne & Milchstraße guggen. Zusammen mit Bier, Chips und Obst [Finde den Fehler!] eine beschlossene Sache. So fahren wir also nach getaner Fotosession zum nächsten Walmart um noch bissi was zu besorgen. Inzwischen ist 21 Uhr, stockfinster am Bend und was soll ich sagen, es wird der geilste Abend seit langem. Mit Unterstützung der richtigen App lassen sich alle hellen, dunkleren und fast kaum sichtbaren Sterne sehen. Wir erkennen den Mars, die Venus, sehen Saturn leuchten und machen das Vega und Altair System aus. Das Hubble Teleskop und auch die ISS sind leider unter dem Horizont, aber man kann ja nicht alles haben. Wir positionieren die GoPros für eine nächtliche Zeitraffer, aber die besten Fotos macht immer noch Stefan nachdem ein weiterer Fotofan, der auch zum Horseshoe Bend für Nachtfotos gekommen ist, ihm richtige gute Tipps bzgl der Einstellung gibt. Der Abend wir eine Mischung aus Entspannung, Spaß, Wissen (dank Sterne App), staunen und Sternschnuppen zählen. Richtig gut!!!
Erkenntnis des Tages: Die Erde: ein blaues Sandkorn im schwarzen Meer der Unendlichkeit!