Der 16. Tag schon… das sich der Urlaub langsam aber sicher dem Ende neigt, merkt man. Meine Phase, wo ich meine eigene Schlafmulde vermisse, hat bereits eingesetzt. Ich freue mich auf zu Hause aber auch auf den heutigen kompletten Tag im Yellowstone. Der Park ist geil, soviel steht seit gestern fest. Unsere kleine Lodge am Rande des Parks ist zwar klein und für 5 Leute unterdimensioniert, aber mit 3-4 Leuten lassen sich hier bequem 5-10 Tage aushalten. Zumal sie mit einer Kochnische wieder alles bietet um nicht täglich für $50 essen gehen zu müssen, aber ein Restaurant gibt es hier auch – nur für den Fall der Fälle. Der Tag beginnt eisig! Als ich um 8 den Fuß vor die Tür setze, falle ich vom Glauben ab. Bin gestern noch in kurz rumgerannt, heute morgen reicht mir gerade mal dicker Pullover & Windjacke. Wir sind unter 5 Grad Celsius! Nach kurzem Frühstück geht’s los zurück in den Park. Der Weg diesmal gefühlt kürzer als gestern Abend, aber jetzt sind wir ja auch nicht im Zeitdruck. Das sind wir auch den ganzen Tag nicht, weshalb wir es halten wie gestern und hier und da auf dem Weg zum Ziel mal anhalten und schauen. So haben wir als erstes auf dem Weg zum West Thumb durch einen Tipp einen kleinen Wasserfall gefunden. Mit der Sonne, den schnell steigenden Temperaturen ein perfekter Ort um morgens im Park kopflich an zu kommen – Moose Falls südlicher Eingang Tipp ![]()
Als ob das zu Beginn nicht genug war, begrüßt uns heute kurz vor dem Park noch Meister Petz in sicherer Entfernung. Sofort entsteht ein Mega Verkehrschaos – jeder will ihn natürlich sehen, auch wenn er 5 Lichtjahre entfernt ist und auf dem Selfie nur einen Pixel einnimmt. Erstaunlich an der Stelle jedoch, wie schnell die Ranger des Parks vor Ort waren und das Chaos lautstark gebändigt haben mit einer Geduld die ihres Gleichen sucht – Chapeau die Herren!
Beim West Thumb angekommen erwarten uns – ratet mal
– heiße Quellen und Geysiere im Ambiente des Yellowstone Sees ![]()
. Zu gegeben die waren jetzt echt nicht soooo spannend, aber wir laufen ja nur unser kleines Ründchen und machen uns weiter zum Old Faithful Geysier, einem aktiven der bis zu 50 Meter hohe Fontänen spukt und das auch noch vorhersagbar. Wie auch immer die das machen, aber es hat gepasst. Gegen 13:29 Uhr soll die nächste hoch gehen und mit nur 2 Minuten Verspätung hat das ziemlich gut gestimmt. Auf den Bildern kommt das Gott sei dank nicht so rüber aber der Andrang von Menschen dort ist unglaublich! Wir waren 40! Minuten vor Peng dort und haben uns direkt in die Sonne zentral vor den qualmenden Geysir gesetzt war ziemlich clever wie wir feststellen mussen. In kürzester Zeit saßen wir in der ersten Reihe und hinter uns bildete sich ein zweite, dritte, vierte und x-te Reihe Schaulustiger. Überwiegend aus dem Asiatischen Raum… und wo wir einmal dabei sind… ich möchte nicht alle über einen Kamm scheren, aber leider fällt es mir immer mehr auf, dass Respektlosigkeit ggü. der Natur, oder den Benimmgeboten vor Ort meist von Asiaten gebrochen werden. Man hat aus Sicherheitsgründen und zum Schutz der fragilen Oberfläche extra überall Holzgehwege und Plattformen hin gebaut. Die Asiaten interessiert das null die Bohne. Rennen links, rennen rechts, werden ermahnt, rennen zwei Minuten später wieder von quer nach durch. Und Selfies… immer nur Selfies. Der Geysier bricht aus und wumms runter auf die verbotene Zone und dämliche Verrenkungen vor der Cam machen. Scheiss auf alles, Hauptsache ich bin drauf auf dem Bild und dann am Besten auch noch auf 2/3 vom Bild…
Fremdschämen! Egal ich reg mich net auf, sondern erzähle, wie wir am Geysier die Slowmotion / Zeitlupen Funktion der Handys für uns entdeckt haben. Haben unglaubliche Bilder vom Old Faithful und von anderen Geysieren gemacht. Ich packe mal ein unbearbeitetes Video in den Anhang und hoffe dass unsere Internetleitung im Hotel das aushält…Losgelöst von den asiatischen Egozentren bewegen wir uns, nachdem der Geysier gespuckt hat, zum Midway Basin weiter in den Park hinein. Ziel diesmal der Prismatic Ring, gleich neben dem größten Geysier der allerdings nicht mehr spuckt, sondern nur noch heftig blubbert und qualmt – Exelsior Geysier. Als wir ankommen erahnen wir nur was uns erwartet – Freiluft Sauna!!! Als wir näher rankommen gibts die erste Wolke voll ins Gesicht – Prima, meine Haare kringeln sich sofort vor feuchter Freude – wusch, nächste Wolke. Richtig heftig was hier an Wasser verdampft. Zu Zeiten als der noch aktiv war, spuckte der Geysir bis zu 16.000 Liter Wasser pro Minute aus! Wir gehen weiter zum Prismatic Ring was im Grunde nichts anderes ist, als eine weitere heiße Quelle, um die sich aller Hand Microorganismen im Laufe der Zeit angesammelt haben. Sieht jetzt quasi aus wie ein Regenbogen Ring. Problem: von unten sieht man nichts von der Schönheit des Rings. Aber die Amis wären keine Amis wenn se hier für nicht ne Plattform basteln würden. Der Blick von hier oben ist nicht nur genial auf den Ring, auch der Rest der Landschaft ist von hier atemberaubend. Ich lasse die Blicke schweifen und lege für mich fest: Yellowstone, ich komme mit mehr Zeit im Gepäck wieder! Mir gefällt der Park, nicht nur wegen der Landschaft, sondern auch, oder vielleicht auch wegen der Tiere, die man hier so sieht. Der Park lebt und das nicht nur durch den Menschen, sondern durch Tier und die unzähligen Quellen und Geysire durch die er zu atmen scheint. Unser letzter Punkt der heutigen Reise ist der Great Canyon im Yellowstone. Wieso der genau so heißt wie der Kollege in Arizona…
vermutlich ein Scherzkeks am Werk. Wenn man allerdings den Canyon und sein Wasserfall sieht, kann man es zumindest erahnen. Lava formte einst diesen Canyon
wir knipsen unsere letzten Fotos und machen uns auf den 2h Heimweg. Vor 22 Uhr werden wir wieder nicht im Hotel sein, aber das ist auch gut so, denn ich habe so nicht das Gefühl hier nicht jede Minute im Park ausgekostet zu haben. Wir haben gestern und heute das zeitliche Maximum aus dem Park geholt, da wir schon wieder in der Finsterniss nach Hause düsen. Der Heimweg wird wieder wie gestern an der gleichen Stelle durch eine Herde Bisons gebremst. Diesmal laufen die direkt vor unserem Auto einfach die Straße entlang. Rechts von der Straße zoffen sich zwei, links brüllt wieder Papa Bison… Ich Sitz im Beifahrerfenster und schau mir das ganze Schauspiel bei langsamer Fahrt etwas näher an – richtig, richtig gut, aber mit der Zeit wird’s da draußen arschkalt. Keine halbe Stunde später werden wir wieder von 4 Rehen auf und neben der Straße aufgehalten. Die lassen sich auch durch nichts aus der Ruhe bringen, analog der Elch-Mama die uns kurz nach dem Great Canyon die Straße blockierte. Fühlt sich hier an wie ne halbe Safari, nur eben ohne die Schumi Schubrakete und seinen Nissan ![]()
Ich denke in so einer Stunde kommen wir im Hotel an und dann kann ich ja mal versuchen, beide Tage hintereinander zu posten. Ich hoffe das klappt, den Inet ist hier wirklich ne Katastrophe. Auf der anderen Seite aber auch gut, da man sich hier dann wirklich zu 100% abschotten und Kräfte tanken kann.
Erkenntnis des Tages: das war nicht mein letzter Besuch in den Staaten!!!!