Glückselig ist der, der ohne Schmerzen schlafen kann. Gestern Abend wusste niemand so richtig, in welcher Position die Füße, der Rücken, der Körper gehalten werden musste, um die Dauerschmerzen zu beseitigen. Selbst im liegen tat alles weh. Vielleicht ist das auch der Grund weshalb wir heute alle – bis auf Diva-David – schon um 7 Uhr wach waren. So wie es gestern aufhörte so ging das Gestöhne heute morgen weiter. Aber egal wir frühstücken entspannt und beschließen vor der großen Trennung noch zum Glacier Point zu fahren, um nochmal das Ausmaß unserer Beklopptheit von gestern aus sicherer Entfernung zu betrachten. Der Glacier Point gibt wohl den besten Blick auf den Half Dome und die Bilder sind schon 1000fach um die Welt gegangen – 1001 siehe Anhang
. Das geübte Auge erkennt auf dem ersten Bild am rechten unteren Rand zwei kleine Wasserfälle. Die sind wir hoch. Dann hinter den beiden Bergen rechts lang um die grüne Schräge nach oben zu kraxeln. Den HalfDome sind wir dann von hinten hochgelaufen… lange Rede, kurzer Sinn: richtig bekloppt, wenn man das von hier oben sieht. Hinzu kommt ja noch die Strecke zum Auto welche wir im Tal gelaufen sind. Die ist allerdings weit außerhalb des Bilds noch weiter links vom Dome… (2. Bild) ![]()
Geplant war das wir von dem Glacier Point den 4Miles-Hike runter ins Tal nehmen. Aber 1) traut den Zahlen von uns keiner mehr und 2) haben wir die Fuß-Gewerkschaft am Hals, die uns gnadenlos bestreikt. Nachdem wir uns satt gesehen haben geht’s wieder runter ins Hotel. Die Los Angeles Mannschaft muss los. Also packen diese fleißig und wir winken fleißig, als sie mit dem Schlachtschiff von dannen ziehen. Aber wir haben ja noch den Brüllaffen, der im übrigen kein Toyota Prius ist, sondern ein Yaris. Klein, biestig, kaum Ausstattung aber Lane-Assistent und automatisches Fernlicht-An-und-Aus-Gedöns – Spitzenklasse! Während sich die anderen auf ihre lange Reise über den Highway 1, die Westküste entlang in Richtung L.A. Schieben, wollen Stefan und ich uns in Richtung der Grizzly Giants (bis zu 100 Meter hohe Bäume) schieben, die hier keine 35km weit weg sind. Die Routenplaner sagt allerdings 1,5h für diese 35km voraus – Uff
. Das war so nicht geplant. 3h Autofahrt plus rumlaufen, dann verpassen wir unser Bild beim Glacier Point zum Sonnenuntergang. Also keine Grizzlys, sondern Yosemite Wasserfall direkt im Valley. Da kommt man schneller hin und der Wanderaufwand hält sich auch für die Füße in Grenzen. Gesagt getan, in zwischen ist es schon kurz vor halb vier. Im Valley dann die nächste Klatsche, es ist Wochenende und halb Amerika will in den Yosemite National Park – Mega voll und wir Cruisen hier locker 30 – 40 Minuten im Kreis und versuchen einen Parkplatz für den Yaris zu finden… den Yaris!!! Der beim Suburban auf die Ladefläche passt! Nachdem die Sonne immer tiefer steht, beschließen wir auch das fallen zu lassen und direkt wieder hoch zum Glacier Point zu fahren. Gesagt getan, kurz vor oben – Road Closed! Wieso? Weil der Ansturm da oben so groß ist, dass die Ranger den Verkehr so regeln, dass zwei Autos runter fahren und dann erst zwei wieder hoch dürfen. Wir müssen uns in eine Autoschlange einreihen und dürfen laut Schild 30-90min warten, bis wir hoch dürfen. Leider sitzt uns die Zeit, bzw. die untergehende Sonne im Nacken. Wir warten und warten aber es geht nicht merklich voran. Bevor wir gar kein Foto bekommen, entscheiden wir uns wenigstens zum Tunnel View Punkt zu fahren, wo man ein gesamten Blick auf das Tal hat inkl den Half Dome im Hintergrund, aber leider richtig weit weg. So wirklich geil ist das nicht, aber besser als gar nichts. Also stehen wir da, neben 1000 anderen Touristen und versuchen ein gutes Bild zu erhaschen, respektive ich mit einer Zeitraffer wie die Nacht über das Tal zieht. Als das Bild geholt war und die Sonne weg mussten wir dann noch aus Spritmangel den direkten Weg zur nächsten Tanke einschlagen. Das ganze hoch und runter gegurke heute hat dem Yaris ganz schön den Sprit geklaut und tanken im Valley ist nicht so easy, ne Tanke gibts hier nämlich nicht und unsere Tanknadel ist schon bedrohlich weit unter halb. Hilft nix, also 40 min raus aus dem Park, kurz getankt und ne Stunde zurück bis zum Hotel. Im Nachgang betrachtet war das doch nicht nötig, aber so schläft es sich beruhigter und beim Fahren schaut man nicht alle 2 Minuten auf die Tanknadel und betet dass der Brüllaffe noch ne Weile brüllt. Zum Abendbrot gibts dann Reste vom Mittag. Bratnudeln nochmal hübsch gemacht und von Stefan großzügig nachgewürzt – nach 3 oder 5 Gabeln konnte ich nichts mehr schmecken, nach weiteren 2 Gabeln brannten auch meine Lippen wie feuer… ich glaube er hat’s mit dem Cayenne-Pfeffer übertrieben ![]()
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da schafft selbst das gute Yosemite Bier keine Abhilfe. Das schmeckt übrigens sehr lecker nach irgendeiner Frucht – ich tippe auf Passionsfrucht
richtig gut!
Nach einer Tüte Chips – irgendwas musste ich ja noch essen – sacke ich auf der Couch zusammen und auch dieser Tag ist vorbei. Die anderen sind inzwischen auch kurz vor LA im Hotel angekommen und so wie Basti schreibt, hat man wohl noch ein kleines Loch im sonst ausverkauften Motel zur Verfügung stellen können. Sitzen auch gerade vor einem dicken Burger mit Pommes in nem Diner, so wie er sich das immer vorgestellt hat. Für uns geht es morgen einmal quer durch den Yosemite auf die Ost Seite über einen Pass auf 3000m Höhe und zwischen ein paar knapp 4000er Berge hindurch. Am Mono Lake kommen wir raus und fahren dann noch durchs Death Valley in Richtung Las Vegas – jetzt mal ohne Witz der letzte Satz muss doch schon beim lesen Laune auf Entdeckerreisen machen, oder ![]()
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?!
Erkenntnis des Tages: Dosiere sanft, wenn dein Pfeffer mit „C“ beginnt…