Wir sind gerädert! Eine 17h Reise von Berlin nach San Francisco schlaucht gewaltig. Die Sitze im Flieger – erwartungsgemäß eng. Dazu hat die Crew sich entschlossen, den Flieger auf das Minimum runter zu kühlen. Kennt ihr diese abgepackten Koteletts im Supermarkt? So haben wir uns gefühlt für 11h in der Luft – schön konserviert für 1 Tag längere Haltbarkeit. Think positiv – für meine Person ein Mehrwert 😉

Nach 11h luftiger Qualen dann aber der ersehnte Touchdown und gut gelaunte Officers am Exit. “So what brings you here to the USA?” – “ 😃 holidays brings me here!” – “Aha!” Ich habe noch nie eine ausdruckslosere Antwort erhalten. Vielleicht war ein aber auch einfach nur zu aufgedreht. 36h wach, kaum längere als 30 Minuten Schläfchen gehabt und dann auch noch auf der anderen Seite unserer geliebten blauen Kugel.

Raus ausm Airport ab zu BART der öffentlichen Vervindung nach Downtown. Schienenersatzverkehr – Berlin lässt grüßen… aber egal endlich da, endlich Powell Street Station, endlich Hotel, endlich Klo! Was ich sehe als ich aus der UBahn zur Oberfläche komme, macht Hunger auf mehr! Also nur kurz zum Hotel, Sachen wechseln, Reisemief bekämpfen und ab auf die Piste! Das sich eine Gruppe deutscher beim Check In im Hotel die halbe Stadt erklären lässt, ertragen wir mit Würde!

Auch wenn wir am Limit der Ermüdung sind – oder vielleicht nur einer von der Dreier Gruppe – rumlaufen muss sein – Market Street, Financial District, Pier 39, Fisherman’s Wharf. Der Weg ist lang, das Wetter gut, aber der Wind arschkalt – mir egal, Pullover gekauft, wozu ist man denn in der Touri Shopping Meile. Pier 39 war gerammelt voll und so langsam knurrten sich 3 Mägen durch unzählige Düfte und Fressbuden. Stilecht soll das erste Mahl werden – ungesunder Burger mit fettigen Pommes in der ideal Besetzung. Das dumme – kein Laden hat eine Wartezeit unter 40min. Fastfood? HotDog an ner Imbissbude? Nein – nicht für 7$! Okay ja es ist Fisherman’s Wharf – gebaut für Touris…Preisbildung also ebenso. Nach einem kurzen Blick auf Alcatraz beschließen wir knurrenden Magens den Rückweg in die City zum Hotel und kehren völlig frustriert beim Subway Chinatown ein. Kack auf stilecht – ich hab Hunger! Ein Roasted Chicken Please! “It’s finished!” Sorry,what? “It’s finished!” Ich will mein Roasted Chicken, was will der Kerl? Nach zwei weiteren Minuten finde ich heraus dass er kein Brot mehr hat, was ich mir aus gesucht hab. Ich denke mir “Mit sold out! Hätte ich was anfangen können…aber finished?!” Egal am Ende steht ein 6 inch langes Sandwich mit ausgetrockneten Brot aber einer umso leckeren Honig Senf Soße. Ich bin glücklich! Sacke in mich zusammen, kämpfe auf dem Rückweg ins Hotel mit der Kälte – Pullover flauschig, aber reicht nicht – mit immer schwerer werdenden Lidern und vor Erschöpfung wackligen Knien. 1 Minute im Bett – das war’s, dass es da er 20 Uhr ist, ist mir Wurst und den Kollegen wohl auch. Nunja nun lieg ich hier, es ist 4 Uhr morgens. Ich bin hell wach, höre “Aaaaave Maaariiiiiiiaaaaaa!” singende Opern-Freaks in den Straßen von Frisco, ab und an Siren wie ich’s in Europa ausm TV kenne und muss Chris unbedingt fragen was ihm der Baum getan hat, dass er ihn so zu Feinstaub zersägen musste…

Erkenntnis des Tages: Frisco ist großartig, ausdrucksstark und erschreckend, ängstigend zu gleich. Reich und Arm direkt neben an, Union Square – Luxus pur und trotzdem versiffte Wege und kiffende Jugend mitten drin. Ist das der Blick in unsere Zukunft?

[USA 1. Tag]