6.20 Uhr der Wecker klingelt – spannender Tag heute! 3 Airports schauen wir uns an: Las Vegas / Nevada -> Housten / Texas -> Orlando / Florida. Das klingt nach ganz viel Spaß… ganz bestimmt… na sichi doch… woohoo, ab die Post… ich muss gestehen der Papi der Vernunft hat heute gedrängelt. Ich habe gelesen, dass man in Las Vegas Minimum 3h vor Abflug vor Ort sein soll. Boarding war 10.50; großzügig gerechnet sollten wir also so gegen 8 Uhr da sein. Selbst beim Check out vom Hotel habe ich mit dem Schlimmsten gerechnet – Leute bis zum Horizont, da heute Freitag ist, verlängertes Wochenende in Vegas, yey! Chris und ich gehen runter zur Lobby – nichts, nicht mal ne Schlange! Okay 1 Chinamann vor uns, aber den übersehen wir mal großzügig. Karten abgegeben und eine weitere Aussprache meines Familiennamens kennen gelernt, die ich bisher noch nicht kannte. Die Arme Mausi hinterm Tresen hat sich aber Mühe gegeben, was ich ihr hoch anrechne. Einen Gips für die gebrochene Zunge braucht sie jetzt vermutlich trotzdem – haha ![]()
Zeit gespart wir rennen runter und mit UberXL solls zum Airport gehen. 26$ Kostenvoranschlag passt uns also rufen wir. Keine 10 Sekunden später bestätigt Alexander mit seinem Dodge Grand Caravan. Alexander ist 51, begeisterter Kickboxer und Coach, hat nen Hund und Sohn von dem er uns gleich das Fotoalbum vom letzten Ausflug auf einem der beiden iPhones zeigt, die im Auto hängen – eins für Uber und eins für Lynn, der Uber-Konkurrenz. Er erzählt ne Menge, richtig viel… er hat sich Kostüme anfertigen lassen von Captain America inkl dessen Schild aus Aluminium. Er hat einen kompletten Iron Man Anzug für 3000$ der mechanisch auf Kommando die Maske auf und zu machen kann – er ist Marvel Fan und zieht uns ordentlich ab. Er als wir auf die Rechnung schauen merken wir, dass er nicht unbedingt die kürzeste Strecke genommen hat. 53$ sind es am Ende, als ich die Mail erhalte. Wow, denke ich – so ein Sack, die Bewertung hat sich gewaschen! Nachteil Uber! Immerhin hat er uns direkt zum Check in gefahren. Wir mussten nur aussteigen und zwei Meter laufen zum Schalter, wo wir unsere Koffer abgeben konnten – Freiluftschalter, hab ich auch noch nie gesehen. Vorallem verstehe ich nicht wieso 3h eher da sein? In 10 Minuten war die Koffernummer auch durch. Naja, vielleicht wegen der Sicherheitschecks. Die Schlange dazu ist nicht kurz, aber es geht dank mehrerer Checks schnell überwunden. Das Personal ist nett. Chief Officer “Paul” fragt ob wir aus Kentucky seien, da unser Dialekt wohl original danach klingt und er mit Missy Chief Officerine “Paula” wohl ne Wette laufen hat. Als er hört dass wir from Germany sind kann er’s kaum glauben. Paul hat wohl Verwandtschaft in Hannover und spricht mit uns zwei drei Worte auf deutsch, bevor er Paula zuruft, das wir aus Germany sind. Sichtlich belustigt und erstaunt darüber passieren die drei Neu-Einwohner aus Kentucky den 360 Grad Scanner und fertig. Paul kommt nochmal kurz hinter die Linie, um uns einen schönen Trip zu wünschen, denn aus Florida kommt er wohl. Disney World oder Universal Studios fragt er uns – Universal natürlich! Unser Hotel ist immerhin direkt an deren Eingangstür. Best Choice! sagt Paul und widmet sich wieder seiner Paula. Yo man, we’re from Kentucky now! ![]()
United Airline mags nicht kalt. Ich sitze hier gerade 10000m über dem Boden und mir ist zum ersten Mal nicht arschkalt. Wo ich genau bin und wie lang der Flug dauert kann nicht sagen, hier musste alles mit Kreditkarte zahlen. Am Sitz vor mir ist auch ein Schlitz zum Karte durchziehen. Aber wie sagte schon King David in Las Vegas “Ye everything you pay by creditcard! Just swipe it! Swipe it, Baby!” WLAN im Flieger? Swipe your creditcard! 100 TV Sender im Flieger, oder einfach nur die Fluginformationen? Swipe it, Baby! Und swipe it gleich 3 mal für deine Banknachbarn mit, dann gibts 2$ Rabatt – das wird schon automatisch verrechnet… Just swipe it, honey! Verrücktes Kartenvolk die Amis
Ich bin gespannt, was der Tag noch bietet. Houston Airport soll riesig sein – schaun wir mal, ich berichte. Der Sinkflug beginnt gerade ![]()
19:50 Uhr – Flughafen groß, Amsterdam war größer! Mit etwas Verspätung heben wir in Housten ab – schonwieder in der Luft… Next Stop Orlando / Florida! Wir hatten am Anfang echt Hoffnung, dass wir einen leeren Flug bekommen. War kaum einer am Check in Schalter – wer soll auch mitten in der Nacht am Freitag nach Orlando düsen?! Ja, kann ich Dir sagen: mindestens 20 kleine, kreischende, heulende Blagen, die übermüdet aufgedreht in Richtung Orlando / Disney World starten. Einmal mehr danke ich dem Gott Bose, der mir die Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung erfunden und geschenkt hat. So kann ich die Quälgeister wenigstens ein bissl ausschalten und wummernde Bässe auf den Ohren erledigen den Rest. Der Flug nach Orlando ist übrigens der erste, bei dem mir absolut warm ist. United Airlines will wohl den Härtetest für mein Deo veranstalten. 2h nach Südwest, wenn wir ankommen haben wir immerhin einen kürzeren Zeitrückstand zu Germany und der Rückflug wird keine 11h sondern nur noch 8h dauern. Aber bis dahin dauerts ja noch ein paar Tage; erstmal Beach-Feeling tanken!
Auf dem Weg dahin gibt’s ne wunderschöne Lichtshow am Boden und am Himmel. Der Kapitän macht das Licht aus und man erkennt unten jedes Straßenlicht. Als Zugabe gibt es den Vollmond von oben, durch den man die kleinen Wolkendecken fantastisch in deren Wattestruktur sehen kann. Herrlich!
23.30 Uhr – Touchdown Orlando / Florida – Juppi! Der Tag ist weg, schon gleich Mitternacht, aber hellwach – bei 4 durchquerten Zeitzonen kein Wunder. Koffer gingen wunderbar flott. Uber bestellt und ab zum Hotel. Diesmal irgendein Crysler mit einem Jamaikaner, der uns mit entsprechenden Beats versorgt hat in einer Lautstärke bei der selbst mir anders wurde. Bestellt und keine Minute später hatte ich ihm am Telefon – ich hasse das, ich versteh die doch so schlecht… naja runter zum Express Pick up sollten wir gehen, also sind wir runter auf Level 1 und raus aus dem Airport – WAMM!!!!! – was für ein Klima um diese Zeit! Es sind circa 27 Grad mit einer geschätzten Luftfeuchtigkeit von 500%. Las Vegas, geschätzte Wüste, mein Ein und Alles – zu Dir und deinen 35 Grad will ich zurück! Das is hier nicht normal! Wir transpirieren instant. Das Kontrastklima ist der Cadillac Escalade ESV von Oles dem Jamaikaner – Klimaanlage auf volle Pulle 18 Grad voll ins Gesicht! Ich sitze vorne und meine Kontaktlinsen wollen sofort zu Staub zufallen, also schiebe ich die Gebläsehölle dezent beiseite. Oles ist ein ruhiger Mann, sagt nicht viel – will auch nichts sagen, was wir von der Musiklautstärke ableiten. Irgendwann fängt er an mitzupfeifen, für mich die nächste Stufe – Folter 2.0! Ich halte durch, noch 10 Minuten dann ist das Hilton in Sicht. Tür auf, wieder gegen die feuchtwarme Wand gekämpft – heftig! Dann sofort ins Hotel – gefühlte 17 Grad Minus! Die Dame an der Lobby wirkt motiviert! Kein Lächeln, keine Gesichtsrraktion, nichts – vielleicht ist Sie ja vom vielen Nichtbewegen eingefroren. Ich war mir nicht sicher ob ich mich dafür entschuldigen sollte, weil ich mich erdreiste um 24 Uhr einzuchecken, oder ob ich ihr nen Milchshake in Supersize als Motivationsspritze vor die Nase hängen soll. Zimmer 303, auf geht’s – Ziel erreicht. Blick auf den Universal Studio Park in der Ferne. Alles schick bis auf Durst und leichten Hunger. Der nächste Walgreen Supermarkt ist gleich um die Ecke, direkt neben Starbucks, McDonalds, Taco Bell, KFC und 10 anderen Fitnesstempeln der guten Kost. Zunächst kurzer Klimazonenwechsel von Tropisch zu Polarklima, dann unseren Midnight-Snack geholt Corona Bierchen in der 1 Liter Dose – kleinere gibt’s hier nicht, ich schwöre! – dazu gibt’s geschnippeltes Obst, um den Magen zu füllen und das Gewissen mit vorgetäuschtem gesundem (genmanipulierten) Obst zu beruhigen. Ich stelle mein Zeugs auf den Tresen zum bezahlen – keine 50cm von meiner Schoko-Pummelfee weg, deren Gehalt ich gleich anteilig einspielen werde – Just swipe it, Honey! Offensichtlich sind der Lolita die Waren, die ich bezahlen möchte zu weit weg. Mit einer feschen, zuckenden Kopfbewegung signalisiert sie mir, dass ich doch die Waren 50cm nach links in Scannerreichweite schieben solle, damit sie sich nicht so viel bewegen muss… Damit steht es fest, in puncto Freundlichkeit hat sich die Ostküste in der ersten Stunde ins Aus katapultiert! Wir beenden den Tag mit der Planung für den kommenden Tag, schlürfen Bier und knabbern Gewissens-Obst bevor wir ins Bett fallen und die Entscheidungen auf morgen früh verteilen…
Erkenntnis des Tages: der Osten rockt nicht überall auf der Welt!*