Der Tag beginnt mit einem Schreck. Das Auto für die kommende Fahrt ist laut Unterlagen schon seit gestern gebucht. Große Augen, dann ein Schulterzucken – Swipe it, was kost’ die Welt! Die Dame von Alamo konnte uns netterweise noch einen SUV besorgen, da unserer von gestern schon weg war. Ein Hyundai Grand irgendwas isses geworden, 15.000 Meilen runter, aber von innen schon leicht angesifft. Stefan hat Sacrotan dabei alles kein Thema. Der Vergleich mit der U.S.S. Germany hinkt etwas, aber von ihr sind wir wenigstens verwöhnt worden. Ein Tritt aufs Gas und das Raumschiff Schnitt und rammte sich den Weg frei. Ein Reh? Egal, drauf halten – bupp bupp macht’s – und fertig. Die Germany war ein tolles Schiff und jetzt… der Umstieg fühlt sich an, als würde man als iPhone Nutzer plötzlich mit Android hantieren, oder als ob man nach der Steinofenpizza in die TK-Pizza der Aldi Hausmarke beißt. Kurzum: richtig mies! Na immerhin hat die U.S.S. Kröte prima Klima und wenn man Gas gibt und der Kickdown der Automatik kommt, zieht sie zwar nicht, röhrt aber wie ein Kampfelch in der Brunftzeit. Ich habe kurz eine Corvette neben uns lachen hören. Unser asiatischer Brüllaffe hat aber Selbstbewusstsein und qualmt beim Kickdown alles ein, was nicht schneller vom Fleck kommt.
Das Hotel hinter uns gelassen, ist das erste Ziel für unsere Schönheit – na klar! – “6 inch, Chicken rosted italian style with Cheddar Cheese” zusammen mit zwei Correctional Officer’s in komplett Schwarz gekleidet futtern wir unser Frühstück. Ein Sub geht immer! Ich heute mal mit Peanutbutter Cookie zum runterspülen des ungesunden Brötchens. Super lecker! Wieso gibt’s die nicht in Germany? Nunja Ziel heute Abend ist der Miami South Beach, auf dem Weg dahin geht’s aber zunächst zum Kennedy Space Center. Der NASA mal einen Besuch abstatten. Wir freuen uns alle irgendwie sehr darauf. Die 3 Tage Orlando waren vermutlich für jeden von uns enttäuschend und wir hatten schon lange keine WoW-Momente mehr wie im Westen der USA. Also rein ins Auto, Kickdown – brüüüüülllll – ab nach Westen, mit Mopsgeschwindigkeit! Mit 36 Meilen nicht mal so weit entfernt. Also Feuer frei, Cape Canaveral wir kommen!
Von weitem sieht man schon das Mission Control Center, was ich ausm TV kenne. Cool, hier sind wir also direkt. Ich hab keine Ahnung was uns mich hier erwartet, was es zu sehen gibt, oder was man erleben kann. Je näher wir kommen, desto größer wird der Nachbau einer Rakete, die da einfach so in der Gegend steht. Ein bissl Vorfreude kommt auf. Wir gehen rein und suchen den nächstbesten Raum zum runterkühlen. Der Weg vom Auto über die Herdplatte namens Parkplatz und die Warteschlange unterm Blechdach haben uns schon den Rest gegeben. Es ist etwas Vorgeplänkel zu Florida, der Geschichte und die Tierwelt, auf dem das Gelände der NASA steht. Nicht der Brüller und ich hoffe, dass es hier nicht nur Museums-Charakter hat. Auch das fände ich spannend, aber ich hoffe auf mehr. Wir ziehen weiter zu einem IMAX. Die Vorstellung hat gerade begonnen, aber wir dürfen uns noch reinschleichen. Der Film in 3D bezieht sich auf unsere Erde, die ISS, das Hubble Teleskop, das Universum und mehr. Es werden geniale Bilder hochauflösend in 3D gezeigt. Das Leben auf der ISS, die Erde bei Nacht, die Nordlichter – ich bin geflashed! 45 min sehe ich atemberaubende Aufnahmen und streiche den Gedanken des Museums. Wir gehen weiter zu dem riesen Nachbau der Trägerrakete. Kurz warten dann werden wir in einen Raum gelassen, ähnlich wie gestern die Ingupine. In dem Gebäude geht es um das Space Shuttle – deshalb die Trägerrakete am Eingang. Wir werden mitgenommen auf den Entwicklungsprozess des Shuttles. Videoeinspieler zeigen uns die erste Idee, die Herausforderungen vor denen sie Standen, die Misserfolge die verkraftet werden mussten, das Problem mit dem Hitzeschild. Am Ende des Entwicklungsprozesses werden wir in einen neuen Raum gelassen. 360 Grad weiße Beamerwände. Wir sehen den ersten Flug des Shuttles und die ersten Einsätze, das Hubble Teleskop und viel mehr. Man merkt wie verdammt stolz sie hier auf die 12 Jahre Entwicklung sind, die geprägt von Höhen und Tiefen war. Ich nehme Ihnen den Stolz nicht krumm, ich verstehe das. Die musikalische Untermalung ist ebenso goldig. Man fliegt in dem 360 Grad Raum im Shuttel, ein grandioser Moment in dem man sich wünscht wirklich da zu sein und – BÄM – eben noch fliegen wir durch das Weltall mit lauter Sternen auf die großen Frontleinwand. Dann wird das schwarz ausgeblendet, durchsichtig, die Sterne fliegen als Punkte noch ein bissl über die Leinwand und ein großes Space Shuttel wird sichtbar. Ich realisiere garnicht, dass die Wand jetzt durchsichtig ist und das Space Shuttle dahinter in echt steht, bis sich der Vorhang, die Leinwand hebt und wir tatsächlich zum Shuttle gehen können. Ich habe Erpelparker und auch leichtes Pipi in den Augen. Das war großartig inszeniert – einfach Hammer! Ein definitives Highlight der Reise. Vorallem das Shuttle an sich ist riesig. Wir gehen in eine Halle in der sich das Shuttle in Original Größe befindet, nebst einigen interessanten Informationen rund herum. Einfach Mega – die Zeit vergeht wie im Flug. In den Düsen kann ich mich locker hinstellen. Der Tag hat sich schon jetzt gelohnt! Wir sind so angetan, dass wir das Essen vergessen und so viel mitnehmen wollen, wie nur geht. Als nächstes steht eine Bus Tour zu Mission Control an, dem bekannten Gebäude in dem alle Raketen zusammen gebaut werden und dann mit Raupen zu ihrem Lauch-Pad gebracht werden. Dabei schluckt eine Raupe circa 150 Gallonen Sprit auf einer Meile
1 Gallone = 3,4 Liter! Wir fahren übers Gelände und an den Launch Pads vorbei. Unter anderem an dem für die Apollo 11 Mission, die auf dem Mond gelandet ist und Armstrong seinen mittaglichen Verdauungsspaziergang gemacht hat. Historische Flecke auf der Erde! Als deren Highlight bekommen wir auch ein Pad für die Zukunft zu sehen, von der Deep Space Missionen starten werden und vermutlich auch Missionen zum Mars beginnen. Dann kommen wir in ein Gebäude in dem es um die Geschichte der Apollo Missionen ging und um den Wettstreit mit Russland, Jurin der erste Mensch im All, dann der erste Ami im All und die Rede von John F. Kennedy der den Weg für Apollo 11 geebnet hat und die Begehung des Mondes als Ziel definierte. Nicht weil man es wegen Russland wollte, oder sollte, sondern weil es die Natur des Menschen ist, zu forschen, zu entdecken und zu erkunden. Der nächste Raum ist eine Nachbildung der Ground Control von Apollo 8 in der wir die letzten 3 Minuten im Original hören und mit einzigartigen Bildern und Filmen serviert bekommen. Etwas weniger (bis gar nicht) inszeniert ist dagegen der kommende Raum… oder nein Halle. Was es hier zu sehen gibt? Original Nachbau einer Apollorakete, liegend, detailliert mit Infos und vor allem separiert in die einzelnen Stufen und Abtrennungen – faszinierend, Spok! Wir schaffen es gerade noch so im Moon Rock Café unter der Rakete was zu speisen. Direkt nach uns wird hier schon alles dicht gemacht, was uns signalisiert, das war’s hier. Cooler Ausflug – ein Highlight der Reise! Jetzt aber ab nach Miami Beach. 230 Meilen, Regen und bald die Dunkelheit… na WoW das wird ne tolle Fahrt! Also rein ins Auto, die Kröte heulen lassen und ab dafür. Zufriedenstellender Tag, ich bin auf unser letztes Hotel gespannt. Die Gegend Drumherum gibt’s ja erst morgen früh voll zu sehen. Ein Ubertyp hat uns den South Beach auch direkt empfohlen, da er nicht so überrannt sein soll. Top, genau das, was ich suche! Ruhe und Entspannung, das hab ich dringend nötig ![]()
Erkenntnis des Tages: Stolz an der richtigen Stelle in richtiger Dosierung, kann echt mitreißend sein ![]()