Tag 17… wir sind lazy – faul und lassen es ruhig angehen. Vorgenommene Zeitpläne halten wir schon lange nicht mehr ein. Wir lassen uns treiben, genießen die Sonne, die Hitze und den Urlaub. Heute steht ja auch nicht so viel an – Everglades, Wildlife, Mangroven, Natur mal wieder. Es gibt unzählige Anbieter für Airboat-fahrten von Miami bis auf die andere Seite von Florida. Der Highway 41 geht direkt durch das Naturschutzgebiet – Florida kann sich hier noch ne Scheibe von Nevada & Co. abschneiden, denn sie haben es verpasst, eine ordentliche Parkgebühr zu kassieren, aber vielleicht ist dass ja in die Autobahnmaut eingerechnet wurden. Ein bissl Bammel haben wir ja schon, denn beim Autoverleiher wurde nichts von Maut erzählt und hier ist so ziemlich alles mit Maut bestückt – ein Schlaraffenland für Dobi Dobrindt. Die Pornolocke darf hier nie Urlaub machen, das schürt falsche Gedanken und Ideen…

Wir fahren quer durch die Everglades – Maut, Toll, wie auch immer das wird schon passen. Am Wegesrand liegt heute kein “Gator” – der Familienname vom Ali. Schade, aber wir fahren trotzdem ein bissl länger durchs Gebiet, bis wir unsern Guide erreichen. Nicht viel los heute, also sitzen wir noch entspannt im Schatten und Wassernebel, der die guten 35 Grad Außentemperatur erträglich machen. Keine Luft, kein Wind, das kann ja witzig werden in den Mangeoven. Ich hoffe sehr, dass Matt unser Kapitän ordentlich Gas gibt mit dem Boot. Kurz vor Start gesellen sich noch zwei weitere Fahrgäste zu uns – zwee Sachsn, na ei fer büpsch is dett toll. Da bischte zwanzisch dausend Gillomeder wech von Daheeme un da dett. Na macht nüscht, wir steigen ein und Matt tuckelt los. Erst nach links ne kleine Runde. Er erzählt ein bissl was über das Bordeigene Headset zu den Everglades und Mangroven und es fühlt sich ein bissl wie ne Kaffekränzchenfahrt an. Wir tuckeln lahmer als die Queen Mary durch Hamburg, die Suppe läuft, die Luft steht – Junge gib Gas!

Wir schleichen uns in den ersten Mangroven weg rein, raus aus der Stadt, Matt erklärt uns dass er nicht reden kann, wenn er Vollgas fährt, der Propeller ist so laut. Den letzten Satz hört man schon kaum noch, den er dreht auf – geiel los es geht! Das Boot geht vorn hoch, links lage, rechts, langsamer, wieder beschleunigen, ein größerer Bereich, Matt nimmt die Kurven extra Nice und dreht eine Pirouette. “Is it a good ride for you?” Fragt er mir deutlichem Grinsen in der Stimme – Maul, Vollgas denk ich und rufe “Awesome!” ins Headset – weiter geht’s! Links, rechts, lange große Kurven, zweimal aufsetzen, wieder Vollgas 😃 das ist lustiger als der Mako im SeaWorld und kurzzeitig beneide ich Matt um seinen Job. Das allerdings nur solange, bis er pausiert, wieder tuckelt, um was zu berichten und die Suppe wieder fließt: Achtuuuung – Sturzbach auf dem Rücken!! Ein Schwarm Fische versammelt sich neben dem Schiff, ich weiß nicht wie sie heißen – Matt ist ein Nuschel-King, quasi der Sachse vom Ami-Land – aber ich taufe die Viecher für mich auf Gatorade-Fischies. Matt hat davon nämlich ein Flasche dabei und kippt einen Schluck davon ins Wasser. Wie eine Killerschwarm Piranhas stürzen sich die welsartigen Dinger auf den Schluck Gatorade. Wieso dass so ist, kann Matt nicht beantworten, die stehen da einfach drauf. 36 Grad, 6 Liter Schweiß später fahren wir weiter und haben ne Gator Sichtung. Versteckt im Wald liegt er da und denkt sich, wer sind denn diese sechs Morks vom Ork? Es rührt sich nicht. Liegt nur da. “Wanna get closer, for some nice Pictures?” – hat er “closer” gesagt? Ich sag nein, 4 andere Stimmen nicken zustimmend. Er ist ja nicht so riesig, sag ich mir und Pappi der Vernunft schaut sich El Croco von nahem an. Wir fahren weiter. Matt gibt nochmal ordentlich Gas, fährt die Kurven extra scharf – es ist mega spaßig, aber zu schnell vorbei. Hat sich gelohnt! Ist man in Florida, muss man das gemacht haben!

Rücktour, Wolken ziehen rasant auf – Wolkenbruch! Man sieht nichts mehr auf der Straße, aber nach 20 Minuten scheint die Sonne genau so schnell wieder, wie sie gekommen ist und die Temperaturen klettern wieder um 15 Grad auf angenehme 32/35 mit einer noch angenehmeren Luftfeuchtigkeit. In Miami angekommen sehen wir den ersten Best Buy Laden, die amerikanische Antwort auf Media Markt und Co. Da Chris noch eine Fitness Uhr haben wollte, gehen wir rein und ich schau mal nach den Apfel Produkten… hätte ich lassen sollen… Die Apfel Uhr war mir bisher immer zu groß aber hier gab es ne Kleinere, die hübscher aussieht an meinem Zahnstocher, den ich Arm getauft habe. Fix mich im Internet schlau gelesen und europäische Preise gecheckt… über 50€ billiger 😮 … Just swipe it, man! Der Applektiker freut sich 😃

Die Nacht ist bereits da, als wir im Hotel ankommen. Wir beschließen noch ordentlich was zu essen im Denny’s. Für mich die noble Version von McDonalds & Co. Fast Food, aber lecker und sowas von – Empfehlung! Wir beenden den Abend mit einer Fototour für die Skyline Miami’s und kippen mit tollen Erinnerungen ins Bett!

Erkenntnis des Tages: Aligatoren in Florida kommen selten zu Besuch und verfolgen nicht ihre Beute wie ich aus zahlreichen Filmen gelernt habe. Bildung ausm Fernsehen ist nicht das Gelbe vom Ei 😉

[USA 17. Tag]