Also ich weiß nicht was ihr macht, aber ich sitze gerade auf meiner Terrasse mit Blick auf den Tsavo West Nationalpark, lass mir bei nem Cola-Bier die restliche Sonne auf den Bauch scheinen, während so circa 50Meter von mir eine Pavian-Familie zu mir rüber schaut und was ab haben will. Die anderen und damit meine ich den Commander Rinki und Maat 1+2 sind gerade mit einem Ranger im Busch unterwegs… zu Fuß… bei der Hitze… hab dankend abgelehnt! ![]()
Hinter uns liegen 24 lange, sitzende, schmerzende und wache Stunden – aber dazu gern von vorn…
Der Zug um 11:45 aus Berlin ist pünktlich – überfüllt aber pünktlich. Zug zum Flug flutschte, auch wenn ich etwas gestresst war, bis wir die Koffer in Frankfurt aufgegeben haben, dann fiel die Anspannung langsam ab [kleine Randnotiz: in der Pavian Familie gibts Zoff! Papa Pavian brüllt mal eben ein Machtwort
]
Entspannt gehe ich also in den Flieger, Tasche untern Sitz – hinsetzen – fertig! Dann gibts da noch die anderen… in den Flieger steigen, im Gang stehen und rumdiskutieren was man denn so für den Flug noch aus der Tasche benötigt – in der Wartestunde davor war ja keine Zeit um dieses Problem schon anzugehen – dann fällt den Herrschaften auf, das sie doch den Verkehr aufhalten… kein Scherz das Mädel vor mir drehte sich um und sagte tatsächlich : „Huch, sie wollen durch?!“ – ohne Worte. Nachdem sie ihre Sachen aus den Rucksack holte verstaute sie ihn oben. Klappe zu – sitzen… ja nee… was vergessen. Aufstehen – im Gang stehen – Rucksack raus – irgendwas gekramt – wieder zu – hinsetzen… keine zwei Minuten später: aufstehen, Gang blockieren, Rucksack raus, rumgekramt und Probleme den wieder zu verstauen. Erst 5 Minuten selbst probiert, war ja lustig an zuschauen, der hintern war circa 25 und stramm, da gibt es schlimmeres. Naja am Ende hat der Freund sich dann doch erbarmt, nachdem der Knackpo schon auf den Sitzen turnte, da er offensichtlich nur 1,60 groß war. Schönes Schauspiel für den Anfang… es folgen 8 qualvolle Stunden bei Condor. Der Flug ist holperig und wir bekommen in Summe vielleicht für 1-2 Stunden gestückelt ein Auge zu. Nachdem ich morgens um 4:30 mal so richtig schön eingeschlafen war – RUUUMMMSSS – Planmäßige Zwischenlandung in Aruscha / Kilimandscharo Airport. Also Landen kann unser Pilot nicht… nach circa 1h von denen nur 30 Minuten geplant waren geht es weiter für 30 Minuten nach Mombasa unser Ziel. Abgehoben – Kurz vor Tiefschlaf – RUUUMMMSSS
Arsch!
Völlig übermüdet, aber happy am Ziel in Kenia zu sein machen wir uns zur Passkontrolle. Anders als in den USA lacht hier jeder, es ist herzlich – wie auch schon vor 8 Jahren als ich das erste mal hier war. Jambo Kenia, da sind wir! Das verladen und Umpacken der Koffer funktioniert auch super – ob ich den Koffer wieder sehe… wer weiß das schon. Zur Safari sind nur kleine Taschen zugelassen, also sag ich Bye Bye mein gutes Stück auf nimmer wieder sehen. Salim wird uns vorgestellt. Salim so um die 40 und begeisterter Rennfahrer wie sich gleich zeigen wird. Er ist unser Safari Guide für die komplette Woche. Auf gehts heute nur ein Zeil: Rock Side Camp 250km in Richtung Nairobi. [Papa Pavian kommt näher
… nee es sitzt nur und guggt… zieh mir gleich was an hier beim Sonnenbaden! Elende Spannerbande]
In Mombasa hat sich auch nichts geändert. Hat man 3 Wellpappe und 5 Nägel, baut man sie wie auch vor Jahren ein Haus und schreibt Shop dran – das ist Marketing auf Kenianisch quasi. Alternativ geht auch Car-Wash oder auch Video-Shop, was nach europäischer Definition eher ein Laden für Männer ist in denen Videos gezeigt werden von Frauen denen wohl sehr heiß ist… jedenfalls stöhnen die vor Hitze. In Kenia am Bundeshighway ist eben viel los und viel Möglich. Salim bringt uns hier in gewohnter Chaos Manier durch. Gehts links nicht vorbei, dann eben rechts und wenn da kein Platz ist, tuts auch die Hupe da wo die Leute laufen… was laufen die auch da, selbst schuld. Nervig war auf der Fahrt eigentlich nur dass Salim nicht nur permanent am Limit fuhr, sondern auch Abkürzungen suchte, um Staus in Baustellen zu beschleunigen. Da gehts auch schon mal quer Feld ein übern Mittelstreifen auf die fast fertige neue Straße… ich mein die ist ja da, wieso soll man die nicht auch nutzen? Da wird auch schon mal ein Bauarbeiter bestochen, damit er die Barriere ausm Weg nimmt. Als ob das nicht genug ist, ist Salim auch Anwärter für den besten Überholer südlich des Nils. Überholt wird quasi immer. Von vorn kommt ein Laster, das ist egal, der kann uns ja ausweichen! Auch überholt Salim sehr sehr gerne vor Bergen, die Straße bis zum Scheitelpunkt ist ja auch frei, da kann man schon mal einen Gang runterschalten und den guten Nissan zum jaulen bringen. Der Nissan ist übrigens gefühlt der gleiche wie vor 8 Jahren – Technisch sehr hoher Standard und die Elektroverkabelungen innen können dank fehlender Verkleidung extrem schnell gewartet werden. Ob das Teil Stoßdämpfer hat – keine Ahnung, nach unseren 250km sicherlich keine mehr. [Papa Pavian rückt mir mit seiner Familie aufm Pelz… ich rette mein Diesel und verpiss mich mach drinnen! Sonne is eh hinter ner dicken Wolke auf Pause]
Nach gefühlten 15 Todessituationen und 20 Ausrufen: „Das macht der nicht – das kann der nicht – das schafft der nie… oh Gott er tuts!“ Waren wir dann im Camp. Is lauschig hier. Relaxen am Pool steht an für mich sonst nix. Strom gibts nur in der Lobby – muss also Haushalten und WLAN gibts nur am Haus 6. Dann aber auch nur wenn man mindestens auf der Terasse sitzt. Gut dass da heute noch keiner wohnt ![]()
Morgen gehts dann ins Tsavo Ost Gebiet, wo ich genau vor 8 Jahren auch schon war – bei den roten Elefanten. Ich freu mich brauch aber die Nacht noch um anzukommen. 24h Anreise sind krass und ich eben keine 20 mehr, aber dazu stehen wir ja. Papa Pavian ist nun direkt vorm Fenster und knuspert Baumrinde… jut mein Digger gönn Dir, ich gönn mir mein Diesel, geh duschen und warte auf die Spaziergänger.
Jambo Kenia!
P.S. Haha, die Baumrinde kam gerade wieder raus… geschieht dir Recht! ![]()
P.P.S. Komme gerade aus der Dusche als Papa Pavian mich komisches Wesen anstarrt – direkt vor der Terassentür – nachdem ich ihn mit einem beherzten und lebensrettenden Klatschen vertrieben hab, hinterlässt er mir ein Geschenk…
Papa Pavian hat mir auf die Terrasse gekackt!!!!!!
Toller Einstand Kenia, richtig gut!