Hakuna Matata, my friend! Nachdem wir gestern noch einen fabelhaften Sonnenuntergang in erster Reihe anschauen konnten und durften, sind wir nach guter deutscher Küche … und einem Schlummercocktail ins Bett gesackt. Der Tag war anstrengend und es hat keine 10 Minuten gedauert und ich war im Land der Träume. Apropo Traum: wieso muss ich erst 7500km reisen um meine absolute Traummatratze zu finden? Nicht zu fest und nicht zu weich – göttlich. Ich schlaf ein und wache nach 7h zum Wecker wieder auf. Ich glaube das gabs im ganzen letzten Jahr nicht mehr. Auch wenn Basti die Geparden vom Rock Side Camp gehört haben will, oder nur den Wächter dem langweilig war – egal, ich schlafe meinen Schlaf der Gerechten – I like!
Safari steht heute auf dem Plan. Die erste von 3en und Salim holt uns pünktlich um 7:30Uhr ab. Das Frühstück im übrigen auch sehr deutsch, lecker und übersichtlich. Kommt vermutlich von der deutschen Besitzerin mit dem weißen Haar die uns gestern Abend noch ein Gespräch aufzwang und uns darüber aufklärte dass sie autark leben. Strom gibts nur per Generator und jeder Tropfen Wasser wird mit dickem Tank und Laster täglich zum Camp gebracht. Keine Leitung, kein nichts führt ins Camp… aber sie haben WLAN…am Haus 6… mehr brauch ich ja nicht ![]()
Wir brechen auf nach Voi – dort liegt unser Eingang zum Tsavo Ost Nationalpark. Die Fahrt dahin… Salim Style – schnell, riskant und wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo noch ne Lücke her… die Salim grundsätzlich ausnutzt. Dieser Typ ne… wir starten die Tour am Voi Gate mit den typischen Büffelschädeln. Kurze Fotosession und ab dafür! Niemand weiß was kommen wird, Salim spricht von Glück da dass Wetter bedeckt ist und es auch tatsächlich 3-4 Tropfen regnet. Da kommen die Viecher wohl eher raus – aha! Es beginnt seicht mit den Tieren. Zebras und ein Gnu = unsere erste Sichtung und alle sind aus dem Häusschen – bis auf Salim. Würde gerne mal wissen, wie oft er das machen muss. Vermutlich hat er jede Woche eine neue Gruppe Touries, die beim Anblick eines freien Zebras sich vor Freude teilen wollen wie ein Einzeller. Dass dies wirklich nur der Auftakt ist, wissen da ja noch nicht. Keine zwei Minuten später nächste Sichtung – ein Elefant, der so weit weg ist und von dem Büschen zu 80% verdeckt ist, dass ich kaum was sehe. Egal – im Auto herrscht Euphorie und ich würde ein Schloss für Salims Gedanken geben
. Die Dumbos werden uns den ganzen Tag begleiten. Mal einzeln, mal in der Gruppe, mal versteckt oder mitten auf der Straße in Form von großen, kugeligen… Klumpen. Ja, heute pflastert Scheisse unseren Weg und das ist in der Tat das einzige was mir negativ auffällt. Gut, es ist freie Wildbahn, aber es gibt keine 10 Quadratmeter, auf dem kein Haufen liegt. Und wenn ich sage Haufen, dann ist das ein Haufen! Wieso verrottet das nicht? Hebt sich das Mutter Natur als Dünger für die kleine Regenzeit im Oktober auf? Wie auch immer – schön ist anders, sagt der Europäer der von nix ne Ahnung hat ![]()
Wir sehen heute so ziemlich alles. Zebras, Löwen neben ihrer angeknabberten Nachtbeute, Giraffenmännchen und davor nicht willige Giraffenfrauchen – selbst da muss Salim schmunzeln und wartet noch ein paar Minuten extra
naja für das Männchen heißt es außer Spesen nichts gewesen denn der Langhals-Porno stellt sich nicht ein. Weiter geht’s zum Tsavo Fluss wo wir unser Mittag einnehmen – Banane, TomatenSandwich, KäseSandwich, ein Ei und ne Tomate. Ja gut, Fürsten speisen anders aber dafür sitzen wir entspannt auf nem Felsen am Fluss mitten in der Todeszone und jeden Moment könnte ein Nilpferd um die Ecke schlendern. Ick finds jut und weil das Nilpferd auf sich warten lässt, besuchen wir es selbst direkt nach dem Essen, nebst den sich sonnenden Krokodilen. Haben wir alles auf Bild und Film, Stefan und der überdimensionale „Apparillo“ haben schon am ersten Tag direkt über 700 Fotos geschossen. Das Objektiv ist dann doch für ne Safari jeden Cent wert und jedem Hobby Safari Fotograf ans Herz gelegt. Als wir uns schon langsam auf dem Heimweg befinden kreuzt noch kurz die obligatorische Dumbo-Herde den Weg keine 10 Meter vor uns. Circa 20 Tiere Männlein Weiblein und Kindlein – alles vertreten. War geil, aber gegen Ende der Safari stellt sich der inflationäre Blickwinkel ein. Vieles gesehen, viele Eindrücke mitgenommen, aber wo der Dumbo am Morgen in weiter Ferne noch eine Sensation war, ist er es am Nachmittag direkt neben der Straße in multipler Ausfertigung schon nicht mehr – schön aber eben „nur“ der Dickhäuter Dumbo. Salim hat auch genug. Die 40 Kilometer durch den Park zurück gibt er mal wieder Gas. Die Straße ist gut und lässt das zu. Ich stehe vorne im Wagen, schaue oben raus und lass mir den Wind ins Gesicht und um die Ohren pusten. In der Tat ist der so laut dass man nichts mehr wahrnimmt, außer dass was man sieht – Savanne, Affenbrotbäume, Sträucher, hier und da ein Gnu und die lange rote Straße unter unserem Nissan, die mir und uns sozusagen zu Füßen liegt. Ich schließe die Augen und atme ganz tief ein… und dann nochmal. Ich bin in Kenia und es fühlt sich gut an… okay auch bissl sandig und kalt, aber in Summe hab ich endlich Urlaub im Kopf – finally yes!
Wir sind raus aus dem Park und es geht in die Lodge zurück. Salim muss noch tanken und setzt uns vor einer dieser Shop- Baracken ab. „Ich fahr kurz tanken und hol euch in 10 Minuten wieder ab!“ Sagt es und zischt ab. Im gleichen Augenblick kommt eine Frau von rechts und es geht hier um schweren „Business“. Nein, nicht um Abzocke, hier wird nur Business gemacht, mit selbst gemachtem Klimmbimm auf angegilbtem Zeitungspapier. „Guter Preis ich mache!“ Sagt sie und ich denke mir – wie jetzt? Ein guter Preis dafür wären 10€ für mich, nur dann nehm ich den Mist mit und entsorge es umweltfreundlich für Dich, Missy Business. Als ich wieder auf den Hof gehe, stellt sich mir wirklich die Frage wieso es überall in Kenia – nicht Touri Gebiet – so vermüllt und dreckig ist. Der Hof auf dem ich stehe ist mit Holzlatten notdürftig umzäunt und auch das Haus ist zusammengeschustert. Ja okay Baumaterial is teuer – will mich ja auch nicht beschweren, aber wieso gibt es auf dem Hof hinten links eine Dreckecke mit Plastiktüten, rechts eine Mauer aus alten und kaputten Autoreifen und überall auf dem Hof anderer Müll wie platte Colaflaschen, oder anderen Plastikmist. Wieso haben Kenianer kein Bock auf Ordnung? Selbst wenn ich Touristen bediene, dann weiß ich doch als „BusinessMann“ hey hier muss es bissl nach was aussehen. Tut es aber nicht, es ist mistig und keimig, sobald man das Hotel oder die Lodge verlässt. Ist mir ein Rätsel aber offensichtlich stört das hier keinen. Hier sind ja Generationen damit aufgewachsen von daher störts vermutlich weder jung noch alt. Ooooder wir Europäer sind einfach nur ekelige Snobs ![]()
Erkenntnis des Tages:
Das totale Einfuhrverbot von Plastiktüten nach Kenia, ist kein schlechter Scherz, sondern mehr als überfällig!