Die letzten beiden Nächte hat es ordentlich geschüttet, aber Petrus ist gnädig mit uns – gestern gegen 10 und heute schon um 7 schiebt er die Wolken ganz oder ansatzweise beiseite und lässt Klara auf uns runterbrennen. Das hat sie bisher auch ordentlich getan. Jeder von uns hat Stellen mit leichtem Sonnenbrand. Basti auf dem Rücken, Stefan ebenfalls hinten und auf dem Bauch, Commander Rinki gefühlt überall (sie wollte es auch wirklich wissen ;)) und ich leide ein bissl auf den Schultern und am Rücken. Wir sind vorsichtiger geworden, seit gestern schon. Die Mittagssonne ist schon richtig krass. Wenn Klara im Zenit steht wird alles verbrannt was nicht bei 3 „unterm“ Baum steht. Selbst ein TShirt über dem leichten Sonnenbrand hilft da nicht wirklich. Zum Glück gibts aber Palmen und anderes vegetarisch Kulinarisches am Stand unter dass man den Wanzt legen und schützen kann. Also tun wir das und im speziellen ich (und der Commander) verbringen den Vormittag mit lesen. „Schneller als der Tod“ von Josh Bazell – wer auf schwarzen Humor, Ironie und Aha-Effekte steht – ganz schwere Empfehlung meinerseits. Bereits die ersten Seiten sind grandios. Es wird aus der Sicht eines Arztes mit Mafia und Killer-Erfahrung erzählt. Trocken, nüchtern, köstlich amüsant. Habe zum Beispiel gelernt: wenn der Spezial-Chirurg mir sagt „Wir haben eine Chance!“, dann ist das aus der Chirurgensprache auf deutsch zu verstehen wie: „Ich brauche eine etwas längere Yacht!“ – herrlich ![]()
Gestern war auch der Tag an dem wir uns für zwei Ausflüge hier entschieden haben. Sansibar ist ne Insel und da gibt es zwar ein bisschen was zu sehen, aber für Leute von Welt wie uns bietet die Insel dann doch nur die Stadt – das Weltkulturerbe Stone Town, eine der weltbekannten Gewürzfarmen – ich hab kein Plan was mich erwartet und abrunden werden wir das ganze mit einer Schnorcheltour irgendwann nächste Woche. Das sollte langen und besonders auf die Schnorcheltour bin ich gespannt. Ich schnorchel ja super gerne, hab aber so mein Thema mit offenen Gewässern. Der Blick in das Deep Blue vom Ozean…
vermutlich habe ich zu oft Open Waters geschaut oder beim Weißen Hai 1,2,3 nicht oft genug abgeschaltet – für mich jedenfalls fast genauso schlimm wie der Flug mit der besten Billig Airline Ostafrikas… aber das hat ja auch geklappt, also think positive! Abgesehen davon wird mich der Commander schon ins Wasser zitieren, oder ein Adjutanten abstellen, um mich hinein zu schubsen – läuft bei uns hier streng nach Regeln. Erst diskutieren meist Basti und ich, Stefan spielt gern die Schweiz und wenn wir uns entschieden haben, entscheidet der Commander, was wir wirklich machen… und das ist meist anders als wir dachten ![]()
Nein kleiner Spaß so despotisch isses dann doch nicht… nicht ganz so… also vielleicht ein kleines Bissl, aber das ist nicht so schlimm. Wie gesagt, Stefan die Schweiz, Basti im Zweifel sowieso für seinen Commander und ich bin ja im Kompromisse schließen ebenfalls gut 7 Jahre lang ausgebildet wurden, um die Herzensdame happy zu machen, zu lassen, oder zu bekommen. Habe ja auch eine gute Schule besucht (Gruß an die Dame an der Stelle
)!
Die Sonne steht inzwischen über dem Zenit. Es ist 14 Uhr und im Schatten mindestens 30 Grad ohne Wind. Im Grunde ölen wir hier schon seit 9 Uhr vor uns her, denn der Regen in der Nacht treibt die Luftfeuchtigkeit auf mindestens eine Milliarde Prozent – Miami war ein Scheiss dagegen. Den Mittags-Snack haben wir auch grad beendet und ich kann mir nicht helfen, aber mir fallen schon wieder die Augen zu… ich dreh mich mal eben nach links… bis gleich! #WerhatDerkann![]()
[1,5h später]
Huch… schon gleich wieder um 4, die Sonne knallt schon nimmer so und man kanns schon ohne Chemie auf der Haut aushalten. Halb fünf beginnt das tägliche Volleyball Spiel für die anderen und ich liege wie gewöhnlich in der Sonne und warte darauf, dass sie sich hinters angrenzende Haus verpieselt. Dann gehts hoch und der Abend beginnt. Dieser normale Tagesablauf hat eine entspannte Routine und ich kann glaube für alle sprechen, wenn ich sage: das hier schmeckt uns allen ![]()
Was mir nicht schmeckt und das hat mit dem Hotel weniger was zu tun, ist die Tatsache, dass meine Kreditkarte hier (Sansibar) nicht akzeptiert wird. Mit meiner Bank schon gesprochen, aber da ist alles i.O. Liegt wohl wirklich an der Akzeptanz von MasterCard. Muss ich gestehen da bin ich leicht entsetzt, da ich das von Visa bisher nicht kannte. [Notiz an mich selbst: zu Hause MasterCard verbrennen] Das ganze wäre auch nur halb so schlimm, wenn ich nicht genau deswegen – weil ich die Karte dabei hab – 1) meine EC zu hause gelassen hab und 2) auch extra weniger US-Dollar mitgenommen habe. Murphys Gesetz schlägt einmal mehr zu. Das lustige… ich brauche noch 50 USD um aus Tansania wieder rauszukommen… habe noch genau 37 Dollar
werde dann wohl hier bleiben! Glaube bei Manpower merkt das keiner im nächsten halben Jahr wenn ich mal nicht da bin ![]()
Naja… die Müdigkeit überkommt mich wieder. Bis die Sonne weg is… ihr wisst schon wer hat, der kann ![]()
![]()
![]()
Erkenntnis des Tages:
Gäbe es meine Anne bei der Deutschen Bank nicht, hätte ich nach dieser Urlaubs-Kreditkarten-Pleite sofort die Bank gewechselt. Die MasterCard war nämlich ein Geschenk nachdem meine Berliner Bank vollständig in die Deutsche Bank integriert wurde und meine Visa zwangsgetauscht wurde… Manchmal ist es eben doch besser einen direkten Ansprechpartner zu haben und nicht übers Telefon mit einer Maschine kommunizieren zu müssen.
P.S. Wow… ne lange Erkenntnis heute! Ich bin mal weg…. ![]()
![]()
![]()
![]()
![]()