Hatte gestern Abend kein Glück… 1) bekamen wir nur noch einen Tisch im Freien direkt an der Bühne und 2) wurde 10 Minuten nachdem wir gesessen haben die Michael Jackson auf Speed Version als Abendprogramm angekündigt. Ich hoffte so sehr, dass mir diese High-Speed-Ohrvergewaltigung doch noch erspart bliebe. Aber nee, doch nicht am letzten Abend. Kennt ihr diese Strobos aus Club oder Festival – diese permanent Blitzer. Genau so Hochfrequent haben die „amazing Daaaancers“ ihre Beine im Takt „geschüttelt“ – richtig kaputt. Der Oberknaller… die Deutschen klatschen im Takt mit, weil die Show soooo toll ist. Im TAKT! Sah aus wie ne Bande Teletubbies ![]()
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Aber okay… alle fünf oder sechs Leute schaffens immerhin für genau 4 Takte synchron zu klatschen und geben es nach weiteren 4 Takten kläglich auf und verstummen in ihrer Bedeutungslosigkeit – 1:0 für meine Nerven. Getoppt werden die eigentlich nur von dem Pärchen vor mir, welches ramontisch – mit Kippe in der Hand – sich im Arm liegt und genüsslich der „langsamen“ Musik lauscht, oder den musikalischen Epileptikern auf der Bühne zu schaut – je nach individuellem Blickwinkel. Einmal mehr fühle ich mich aber auch bestätigt, dass Deutschen (im Ausland) eine miese Performance nie auffällt und wir auch alles dann „amaaaazing“ finden, wenn einem die Mittelmäßigkeit und akustische Grausamkeit vom Silbertablett serviert ins Gesicht springt. Wenn etwas Kacke ist, dann muss man es nicht für toll befinden, nur weil’s am andern Ende der Welt performt wird. Aus Scheiße wird ja auch nicht Gold, wenn ich sie nach Australien fliege. Ich bin schon wieder leidlich und zickig, wa? Nagut weg vom Epi-MJ und seinen 3 amaaaazing Zitteraal Daaancers… junge, nerven die ![]()
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Wir haben den Abend mit einem Cocktail beendet und sind früh hoch um die Koffer zu packen. Die Nacht war immerhin um 5 Uhr vorbei und ich freue mich auf den Heimweg… sind ja nur knappe 20 Stunden Reise bis ich in meiner bekannten und geschätzten Schlafmulde einnickern kann. Aaaaber was ich noch nicht wusste, Tansania hält noch eine letzte Überraschung für mich bereit.
Sein Name: Sebastian Vettel ![]()
Seine Liga: Formel-Reisebus ![]()
Seine Aufgabe: Touristen-Transfer nach Sansibar Airport ![]()
In gewöhnlicher Manier benötigt man vom Hotel zum Airport so 70 Minuten – Sebastian Vettel packts in 50! Mit einem Daueraffenzahn reisen wir Bleifuß vom Nordosten Sansibars nach Mitte-West zum Flughafen. Dass der Bus mit gut 5 Tonnen Menschenfleisch nebst Kofferberg hoffnungslos überladen ist und wir kaum den kleinen 15% Anstieg vom Hotelgelände schaffen – nur im 1. Gang und quälend hoher Drehzahl – scheint Sebastian nicht zu jucken. Während wir mit Mopsgeschwindigkeit über die Insel katapultieren, tröste ich mich in dem Gedanken: falls mich ein Abrupter Auffahrunfall dank kurzer Knautschzone nicht schnell und richtig töten wird, dann werden es mit absoluter Wahrscheinlichkeit die unzähligen Koffer-Geschosse, die ungesichert auf der letzten Sitzbank gestapelt wurden erledigen. Ein Koffer à 20kg ungebremst mit 70-80km/h gegen den Hinterkopf, das macht nur ganz kurz Knack und ich habs gepackt. Ich ertappe mich oft dabei wie ich in brenzligen Situation mich weniger festhalte, aber mehr den Kopf einziehe… andere Länder, andere Sitten ![]()
und überhaupt… heute sind unzählige Kids um dieser Zeit auf den Straßen unterwegs zur Schule. Hier gilt auch wieder die alte Faustformel: 1 x Hupen = Achtung, geh weg ich komme! 2 x Hupen = Spring zur Seite oder du musst nie wieder in die Schule gehen… oder irgendwo hin! Vettel rast wie bekloppt und schafft es wie schon erwähnt in 50 lockeren Minuten nach Sansibar Stadt mit den unverwechselbaren Plattenbauten der Ostdeutschen als „Skyline“. Der einzige der sich über den schnellen Weg freut ist Stefan, denn der Bus hat je Reihe einen 1-Sitzer (links) und ne knappe 2-Sitzer Bank (rechts) von gut 1m Breite. Da ich mir den 1-Sitzer schnappe nimmt er auf der Bank platz und kalkuliert nicht die noch folgenden Mitreisenden ein… Jup, richtig vermutet: es steigt kurz vor Schluss ein knuffiges Omilein von knapp 3 Tonnen Lebendgewebe ein und nimmt Platz. Nach dem ich einen kurzen Lachanfall unterdrücken konnte, fragte sie – oder irgendwer anders, ob das so gehen würde?! Prompt sehe ich meine Chance und biete an die Plätze zu tauschen, da sich 4 Tonnen Fett auf nem 1-Sitzer besser verteilen lassen, als geteilt und gequetscht auf ner Bank. Abgesehen davon, habe ich kein Werkzeug dabei, um beide später aus der Bank zu hebeln. Zu meinem Erstaunen erwidert sie „Nein Danke! Das passt schon!“. Ich überlege kurz was da passt… Stefans Arm in ihren rechten unteren Rippen-Fettlappen?
Vielleicht genießt sie auch nur die kuschelige Nähe eines jungen 25-Jährigen. Also soll sie sich den Boy ruhig gönnen und ich antworte mit einem freundlichem „Okay!“ mit minimal ironischem Unterton, drehe mich weg und während ich die erste Träne vom Lachanfall unterdrücke schreibe ich schnell noch eine Entschuldigung via WhatsApp an Stefan – soll hier keiner sagen, dass ich kein Anstand hab ![]()
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Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass ich einmal mehr den Müll und den Dreck in Afrika (diesmal Tansania) nicht nachvollziehen kann? Zugegeben Kenia war schlimmer, aber auch auf Sansibar liegt Müll an jeder Ecke, vor jedem Shop in jeder Strassen-Gasse. Mehrfach sehe ich Damen mit ihrer Burka und Besen Marke Eigenbau Sand vor dem Haus wegfegen… Sand… auf einem Sandweg und das auch nur genau im Umkreis von 3-5 Metern. Da kommt für mich unweigerlich die Frage: What the F***, Why???? Wozu fege ich Sand vom Sandweg und wieso sitzen unzählige Sansibanesen am Straßenrand glotzen auf den vorbeifahrenden Verkehr und tun nichts? Keep your Enviroment tidy – halte deine Umwelt sauber! Steht doch auf jeder Packung Kaugummis. Ich kann da nur den Kopf schütteln, da ich es trotz Armut Null nachvollziehen kann. Das ist selbstgemachte Pein und die Länder ersticken im Dreck. Kenia hats schon ein bissl kapiert (Plastiktüten verbot), aber Tansania brauch wohl noch etwas mehr. Im übrigen… so wie ich das gesehen hab, hat Kenia zwar die Tüten verboten, aber die Kenianer sind ja Füchse! Jetzt wird alles in Plastiknetzen gebündelt.
Zumindest sah das so aus, als wir durch die Märkte gefahren sind. Berechtigte Frage, ob das so im Sinne des Plastiktüten Verbotes war…
Sind grad 10km über der Sahara und ich stelle fest, dass ich schon wieder zu viel schreibe. Werde wohl dann morgen die Zusammenfassung nochmal extra raushauen. Bin aber auch ein mitteilungsbedürftiger Mensch – junge, junge!
Naja wie auch immer, sind grad gelandet – Back in Germany
yey!
Haben gerade gehört der ICE nach Berlin is voll, weil Ferien und weil Berlin kacke geil sein soll – höhö – wolln se alle hin ![]()
Morgen dann Resümee ich steh jetzt erstmal 4h nach Berlin im Zug ![]()
Erkenntnis des Tages:
Zivilisation ist schon geil… ab zu Starbucks!