Ich.bin.im.Popo.

Gestern um 16 Uhr begann meine Reise erst nach Goslar, dann nach Hamburg und Paris um 29h später auf der anderen Seite der Welt zu sein.

San Francisco – ich bin wieder hier und es ist auf dem ersten Blick immer noch so abstoßend und faszinierend zugleich… der Flug hier her: mega langatmig. 11h von Paris hier her sind in meinen Augen nicht wirklich anstrengend gewesen, aber die Zeit wollte einfach nicht vergehen. Kaum hat man sich in einen komatösen Zombiemodus im Flieger versetzt und ist mal 30min temporär weggeknackt, passierte irgendwas man wachte auf und fühlte es sich immer wie 2-3h an. Netterweise haben die Stewardessen immer aufgepasst, dass sie einen auch ja kurz vor der Tiefschlafphase anrempeln, essen bringen oder eine Durchsage machen… auf französisch versteht sich. Mit viel Glück kam zur 5 Minütigen französischen Durchsage, dann noch eine 2 Satz Zusammenfassung auf Englisch hinterher – wenn se denn Bock hatte. Dazu waren sie aber offensichtlich meist zu beschäftigt, da ich ja schnell wieder kurz vorm Tiefschlaf war und sie was neues finden mussten um mich wieder anrempeln zu können… wollen Sie etwas zu trinken? Haben sie noch Müll? Möschten Sie une petite Croissant?! Apropo Essen – hatte ja mit dem Schlimmsten gerechnet, da die Französische Küche nicht so meins ist, aber anstatt vermuteten Froschschenkel an Weinbergschneckenschleimgelee hab es Tortellini und Hühnchen mit Reis. 👌 war super! [Anmerkung der Redaktion: es ist gerade 1 Uhr Ortszeit; neben mir liefern sich David und Stefan ein übles Kopf an Kopf Rennen um den unbeliebtesten Schnarcher. Aktuell vorn: David mit 30 Dezibel über n.N. – normal Nervig]

Nunja auch 11h gehen mal vorbei und man muss wieder landen aber nicht mit unserem Piloten. Wir drehen über Frisco eine Schleife nach dem anderen. Nach der 3. Schleife dann die 5 minütige Begründung was los ist… auf französisch. Gefolgt von der Englischen : „Landing is delayed, please stay patient!“ – 🤬 ja nee is klar. Klasse Typ der Pilot – auch beim Einparken am Terminal verbremst er sich irgendwie und wir stehen weitere Minuten auf dem Rollfeld wie bestellt und nicht abgeholt, bis wir von der Einparkhilfe an das richtige Gate gezogen werden. Das gute nach der französischen Begründung warum es so ist, wie es ist, spart er sich die Englische – effizienter Prozessoptimierer dieser Typ. Als wir dann mit 50 Minuten Verspätung den Flieger verlassen, kennt meine Rache keine Grenzen! Die ganzen Stewardessen die sich mit einem grinsenden „Bon Voyage!“ verabschieden erhalten von mir kein „Au revoir!“ oder „Adieu!“, sondern nur ein simples „Schüss!“ – Tja, man sollte sich eben nicht mit mir anlegen!

[ Anmerkung der Redaktion: Der Kampf ist temporär beigelegt, nachdem ich auf den Weg ins Bad auuuusversehen lautstark ans Bett gerampelt bin 😈]

Nach meiner Passkontrolle bei einem überaus eifrigen Jungen Beamten, der mich nach meiner halben Lebensgeschichte ausgefragt hat und sogar erklärt haben wollte, was ein Projektmanager so macht – well, i am managing projects 🤷🏻‍♂️! Sorry, my english hat noch Space for improvment! Jedenfalls nach dem Kerl der nächste Tritt in den Rücken. Meine in Germany gekaufte SIM Karte is wech. Hat sich irgendwie in Luft aufgelöst, was zur allgemeinen Erheiterung der Mannschaft führt – aber macht ja nix, Kreditkarte ist ja dabei und wir sind ja im „just swipe it!“- Land. Schonmal die erst Investition getätigt und das nach nicht mal 2h im Land – grenzenlose Begeisterung in mir…

Was uns vereint zu diesem Zeitpunkt ist der Drang zur Nahrungsaufnahme. Vor allem der Commander ist auf der Suche nach Pommes Rot-Weis! Also schnell das Uber-Taxi geordert, irgendein Latino-Hühnchen kommt und bringt uns zum Hotel. Wieso Hühnchen? Der ist gefahren wie eins! Kennt ihr das wenn Ihr ein Huhn nachahmt und mit den Armen eingeknickt die Ellenbogen so nach oben und unten wippt, um „mit den Flügeln zu schlagen“?So saß der Kerl hinterm Steuer: beide Hände oben am Lenkrad und ziemlich nervös immer mit den Armen „geflattert“ 😂🤷🏻‍♂️🙈 aber naja, wir hatten ja Hunger. Gesagt getan also rein in eine Diner Kette und sich erst einmal von der Preislichen Realität wieder einfangen lassen. San Francisco, du bist schön oder unverschämt teuer! Nachdem wir aus purem Hungergefühl einfach die 20$ pro Burger (107$ gesamt zzgl 18% Trinkgeld!) ignoriert haben, fällt uns im Laufe des Abends auf – das ein Essen mit 15-20$ pro Nase hier der Standard ist. Ein Stück Pizza – 15$, zwei Kugeln Eis – 7$, ein Karamell Macchiato – 7$… das ist richtig heftig hier. Morgen werden wir da mehr in die Suche gehen und zum Ende hin bleibt im Zweifel ja immer das gut alt „Sub des Tages – a half Food long“, denn ein Sub geht immer 💁🏻‍♂️

[Krieg der Schnarcher geht in die nächste Runde – Stefan legt vor mit einem dezenten aber deutlichem tief-atmer]

Der Tag vergeht nach dem Essen schnell und wir gehen nach 11h Dauersitzen noch einige Meter zur Fishermen‘s Wharf, holen unsere Alcatraz Tickets für morgen ab und frösteln uns von Shop zu Shop. Das Wetter ist wirklich mies. Mit 15 Grad sau kalt und dank tief hängender Wolken sieht man auch nicht mal die Golden Gate – irgendwas ist ja immer oder?!

So bevor hier der Krieg lautstarker wird, Versuch ich mal die letzten Stunden noch ein Auge zu zumachen. Ist immerhin inzwischen kurz vor 2 und ich freu mich auf Alcatraz morgen 🤗

Erkenntnis des Tages: Frankreich und ich werden wohl nie gute Freunde werden…

[1. Tag]