5:10 Uhr – ich schlafe immer länger durch
aber zu meinem Glück gabs heute keinen natürlichen Presslufthammer als Wecker. Die Bauarbeiter quatschen heute nur recht laut, aber David hilft mir das zu überhören. Er sägt schon wieder ganze Wälder kurz und klein, krasser Typ… Sekunde, Erziehungsmaßnahme nach links… liegt er auf den Rücken ist es kurz vor unerträglich. An dieser Stelle sei kurz mein tiefstes Mitgefühl an alle Damen ausgesprochen, welche ein Sägewerk all abendlich neben sich liegen hab – Aretha Franklin würde sagen „R.E.S.P.E.C.T.“
Nun ja gestern war der offiziell letzte San Francisco Tag. Ich denke wir haben gut was gesehen von der Stadt. Trotz Hopp On&Off Bus und Uber habe ich laut meiner Uhr am Montag 5km, Dienstag 18km und gestern 19km in insgesamt 58.200 Schritten runtergerissen. Entsprechend fühlen sich die Füße an und entsprechende Laune hatte gestern Abend der Commander. In Summe muss ich ihr aber anrechnen, dass sie sich tapfer hält, mitzieht und sich nichts anmerken lässt – starke Braut, Basti ![]()
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Wir sind gestern mit dem Bus zum Meer gefahren, wollten auch mal am Tage da sein und die Füße in den Pazifik halten. Der Sand vom Strand war schon echt warm, quasi ne natürliche Fußbodenheizung, aber der Pazifik an sich… eine gefühlte Eistonne. In vorausschauender Weisheit, hab ich meine Schuhe direkt anbehalten und bin gar nicht erst ins Wasser gegangen ![]()
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– na und, ich darf das!! Am Meer waren wir auch weil wir den Golden Gate Park mal von links nach rechts durchqueren wollten und der praktischerweise direkt am Meer beginnt. Auf dem Weg dahin erfahren wir, dass der Park – im Gegensatz zum großen Rivalen / Central Park New York – komplett unnatürlich ist. „Not a single leaf is real!“ – kein Blatt ist echt und es bedarf 2000 Arbeitern die die 4.1 Quadratkilometer in Schuss halten. Ohne die Arbeiter wüsste man sehr schnell auf welchem Land man sich befinde – Fels, Stein, Sand & nichts. Insofern ne ordentliche Leistung, auch wenn man dem Park seine Künstlichkeit ansieht und wir beim durch laufen zwar gut gelaunt sind, Nick Strater‘s – A Walk In The Parc – singen aber in Summe optisch nicht angepasst wurden. Mein Highlight aus dem Park: eine große Dr.Pepper Coke für nur 2,80$! Hab direkt 20 Cent Trinkgeld geben bei diesen Dumpingpreisen. Der Spaß kostete unsere Füße schlappe 5km. Da die Uhr dann schon fast 15 Uhr anzeigt und das Guten-Morgen-Sub schon voll verdaut ist, geht’s über das Hotel zurück direkt ins Nacht Programm, beginnend mit der Golden Boy Pizza… sollte jemand nach Frisco kommen, dieser Laden im Italienischen Viertel sollte man auf der Liste haben. Ein amerikanisches Original. Schmal & eng, aber trotzdem eine über Zeit gewachsene Atmosphäre an die kein Denny‘s Diner oder Super Duper Burger heran reicht. Dazu noch eine Pizza die sich wirklich sehen und schmecken lassen kann. Für mich gabs ein Stück Salami und eins mit Garlic – Knoblauch. Vampire werden mich diese Nacht definitiv meiden. Auf meinem Slice waren gefühlt 2 Knollen verteilt ![]()
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super lecker! Gemeinsam gibt es dann noch einen Spaziergang hoch zum Coit Tower, war zwar schon zu aber der Blick über die Stadt hat diesen Fauxpas entschädigt. Als kleine Abendprämiere und L.A. Testlauf trennte sich die Gemeinschaft für diesen Abend. Der Commander bewacht mit zwei Bodyguards haben sich für die City-Nacht Tour entschieden, von der alle begeistert zurück kamen und David sie direkt auf Augenhöhe mit der Alcatraz Tour einstufte – könnte man ja dann im 3. Frisco Besuch auf die Liste setzen
. Frisco bei Nacht war auch das Ziel von Stefan, mir und der Cam. Wir hatte zwei Spots rausgesucht, die uns spannend erschienen. Die Lombardstreet entpuppte sich jedoch als optischer Reinfall und selbst der Coit Tower – quasi direkt gegenüber und den Blick um 180 Grad gedreht, könnte hier nichts retten. Wir entschlossen uns daher schnell zur Treasure Island zu fahren, um von dort die Nachtskyline von Frisco vor die Linse zu bekommen. Was wir nicht wussten 1) die Insel ist ne komplette Baustelle und alle guten Spots sind per Bauzaun blickdicht verkleidet und 2) Uber fährt zwar über die Brücke raus zur Insel, aber zurück… eher weniger. Von Punkt zwei lassen wir uns aber nicht verunsichern und versuchen irgendwie an einen Punkt zu gelangen, von dem wir nen super Blick haben. Ein niedergetrampelter Bauzaun sieht einladend aus und im Handumdrehen laufen wir nur mit der Handylampe bewaffnet über ne stockfinstere Highway Baustelle mit allerhand Gerätschaft und ganz viel Stock und Stein. Eins steht fest: wo in Germany Eltern haften für Ihre Kinder steht! Schreibt man in US „Die Erste Kugel ist noch Spaß!“ Fakt ist wir durften da definitiv nicht lang und ich war froh dass es eine unbewachte Baustelle zu sein schien, auch wenn ich sekündlich damit rechnete mit einer Taschenlampe angestrahlt und angebrüllt zu werden. Nach einigen 100 Metern Sand kommen wir dann doch Final an einige Punkte, an denen es sich lohnt die Cam und das Stativ auszupacken. Der letzte Punkt – die Baustelle schon komplett durchquert – war dann doch schon populärer und wir bekamen Besuch von einigen Knipsern wie uns. Wir befanden uns auch direkt über dem südlichen Ende des Yerba Buena Tunnels mit einem super Blick auf Friscos Nightline. Nach ein paar Foto Minuten schaute ich dann doch mal in die Uber App, ob sich hier nicht doch was ergeben könnte – Fehlanzeige
. Das Problem es gibt von der Insel nur einen Weg in die City und das ist die Oakland Bay Bridge in Form eines Highways zu unseren Füßen. Apropo Füße, die sollten den Highway nicht betreten. Zu Fuß kommt man also nicht rüber… unser Glück nannte sich Mena_Shootz – das zumindest war sein Name auf Instagramm. Randnotiz: seine Bilder da sind echt gelungen und einen Besuch wert! Mena jedenfalls ist auch leidenschaftlicher Fotoknipser und wie er sagt ein Traveller, ein Reisender immer auf der Suche nach dem besten Bild. Stefan kommt mit ihm ins Gespräch und er bietet uns auch direkt an, uns mit in die City zurück zunehmen. Da uns keine große Wahl bleibt und unser Bilderhunger für heute Abend gestillt ist, nehmen wir danken an ohne zu wissen womit wir fahren – ein VW Bus, 30 Jahre alt, vom Pappi dem Mechaniker geerbt… nur aus Sicherheitsgründen gebe ich in WhatsApp unseren Standort für die kommenden 8 Stunden frei und erteile die Order die Polizei zu rufen, wenn wir uns in 1h nicht gemeldet haben ![]()
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Der VW Bus war ne Klapper Kiste aller erster Güte. Ich sitze vorn und Stefan hinten in der Rumpel Kammer auf nem provisorischem Bett. Ohne Witz das ganze Ding hätte die Requisite eines billigen US Teenager-Horror-Streifen sein können, aber hey… wir kommen über die Brücke zurück in die Stand und sogar direkt zum Union Square. Echt netter Kerl der Mena und das nicht nur, weil er mich am Leben gelassen hat – er ließt das hier zwar nicht, aber auch Danke dafür ![]()
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Da wir kaputt sind und die anderen auch gerade von ihrer Tour eintrudeln – David hat auch seine Calamari bekommen am Pier und den Commander kosten lassen
Ehrensache – na jedenfalls fallen wir alle ohne große Umschweife ins Bett. Morgen gehts ja auch früh los – junge ich hoffe so sehr dass wir mit unserem Auto Glück haben wa! Warten wir’s ab…
Erkenntnis des Tages: Ein Fremder um Mitternacht mit einem VW Bus, muss nicht immer zwangsläufig ein Massenmörder sein ![]()