Ich fasse mal kurz Tag 14 zusammen: 🚙⛰🚙🚙💦🚙🚙🚙☕️🚙🚙🚙🍝😴

Fertig! War wirklich nicht sooo viel los. Sind morgens entspannt vom Zion in Richtung Salt Lake City aufgebrochen. Ziel war: so nah wie möglich an den Yellowstone heran zu kommen. Idaho Falls war dabei das Minimalziel und bis genau dahin haben wir es auch geschafft. Als kleinen Abstecher auf dem Weg dahin haben wir uns den Bryce Canyon ausgesucht, der mit seinen seltsamen Steinformationen so aussieht, als ob da irgendjemand Kleckerburgen aus Stein gebaut hat. Es ist immer interessant anzuschauen, aber wenn man seit Tagen nur Staub, Stein und Wüste gesehen hat, ist das unterm Strich auch nichts anderes. Ist auch niemand traurig, dass wir hier nur kurz gucken, keinen Rundgang machen und uns nach nem stärkendem Sub weiter machen auf die längste Reise. Die Landschaft verändert sich so langsam wieder. Man sieht Sträucher, mehr Grass und mal andere Bäume 💪#VollDieAbwechslung

Nach einigen Pipi-Pausen reiten wir abends dann in Idaho Falls ein. Viel sieht man nicht mehr von der City, Klara hat schon länger Feierabend… David hat in der Nähe von unserem Best Western Hotel einen Italiener gefunden… der keine Pizza anbietet, aber egal! Es gab Pasta für alle, dazu eine paar gute Vorspeisen bei normalen Preisen! Olive Garden in Idaho Falls 👍 Empfehlung! In Summe haben wir den kilometerträchtigen Tag wirklich gut ausklingen lassen bei sehr leckerer Lasagne, Calamari, Nacos und Spaghetti in Tomatensoße. Gegen 22 Uhr zurück im Hotel haben sich 4 noch im Hauspool vergnügt und der alte Mann hat sei Fresskoma eingemummelt im Bett ausgelebt. Friedseeliger kann man fast gar nicht einschlafen.

Die Nacht war auch nicht so lang, morgens ging es direkt weiter – 3h bis zum Yellowstone und im Park angepeilt waren die Mammoth Hot Springs ganz im Norden und wenn’s die Zeit zulässt auch noch das Lamar Valley im Norden, da sich dort zu dieser Zeit die Büffel im Park zu hauf zu finden sein sollen. Apropos Büffel… hier gibts alles Viechzeugs: Elche, Rehe, Büffel, Wölfe und Bären… allerhand Bären, aber Hauptsächlich Grizzly-Bären, quasi die Horror Version von Winnie Puh. Die Park-Information gibt auch den Hinweis 2 Buslängen Abstand zu den Büffeln zu halten und bei Bären mindestens so 8 Buslängen. Ach ja… und falls der Bär auf dich zugeht, oder auch falls er es noch nicht tut – man soll auf keinen Fall wegrennen! Der Bär akzeptiert nämlich die Herausforderung… und rennt definitiv mit. Als Hilfsmittel in solch brenzligen Situation darf man sich ein Bear-Spray für schlanke $20 kaufen. In meinen Augen ne spitzen Idee. Kann mir schon die Situation bildlich vorstellen, wenn sich der Grizzly mit seinen 2 Meter 50 vor mir aufstellt, wild mit den Pranken wedelt und mir durch einen Schrei der mir durch Haut und Knochen geht signalisiert: du bist jetzt mein Dessert! Steh ich da mit meiner Anti-Mücken-Spraydose und mache 💨 pfffffffff 💨pffffffffffff. Vielleicht denkt der Bär ja es issn Deo und hält mir seine haarigen Achseln hin. Ich weiß es nicht, jedenfalls bin ich vom Spray nicht so überzeugt. Hört man vielleicht raus 🤷🏻‍♂️

Gegen 13 Uhr erreichen wir den Park und es dauert keine 10 Minuten für den ersten Wildblick – ein Büffel liegt am Wegesrand. Vom Beruf muss er Influencer sein, denn er sonnt sich im Blitzlichtgewitter der Touries und genießt dabei liegend sein Mittagsgras. Ohne Scherz, würde das Vieh nicht kauen, es hätte direkt als Attrappe durchgehen können. So kurz nach dem Eingang… mitten am Wegesrand… perfekter Werbegag 😉, aber nee, war ein echter. Wir sind erstmal gut gelaunt und lassen den Park auf uns wirken. Direkt an der Straße verläuft ein Fluss, wie man ihn schon 100-Fach auf National Geographic gesehen hat. Überall sieht’s hier eigentlich so aus. Ob wohl nur ein paar Kilometer im Park zurück gelegt, überzeugt er auf ganzer Linie. Er ist vollkommen anders als die Wüstenparks bisher, oder auch der Yosemite in Kalifornien. Die Staubparks mal ausgeklammert kann man hier glaube nur den Vergleich mit dem Yosemite ziehen. In diesem Vergleich fallen als erstes die Bäume auf. Im Yosemite waren die ewig hoch, hier sind sie mit Deutschen Nadelwäldern vergleichbar – nicht übertrieben hoch, keine überdimensionierten Stämme. Es passt einfach alles richtig gut ins Bild – ein absolutes Muss! Wer her will, muss mindestens 5 Tage einplanen. 2,5 Tage sind definitiv zu kurz und reichen nur für eine Druckbetankung. Wer sich Zeit nehmen will für Tierbeobachtungen oder Wanderungen oder einfach nur zum relaxen am Fluss… der muss diese Zeit einplanen. Ein kompletter Urlaub hier ist auch denkbar. Aber mal weg vom schwärmen für diesen Park – wir Düsen weiter Richtung Mammoth und halten auf dem Weg an einigen Stellen an, um den Park aufzusaugen. Erste größere Pause ist das Norris Geysier Basin – unsere ersten kleinen Wassersprucker und Schwefelstinker 😁 für alle die es noch nicht wussten, der Yellowstone Park liegt auf dem größten inaktiven Vulkan der Welt. Die Lava liegt wohl knapp (paar KM) unter der Erdfläche, weshalb sich hier unzählige heiße Quellen und besagte Geysire befinden. In den Quellen und um die Geysiere herum befinden und leben Microorganismen in extremen Bedingungen. Das ist aber neben Schwefel und verschiedenen Silikonen der Grund weshalb hier alles immer so farbenreich ist. Im Norris Basin übrigens auch der Welt größte Geysier, Steamboat Geysier, der mal entspannte 100m Fontänen spucken kann. Leider sehr unregelmäßig, weshalb man schon Glück haben muss, da zwischen den Aktivitäten schonmal 5 Tage bis 40 Jahre liegen können. Grund dafür: unbekannt 😲

Wir setzen unsere Reise nach Norden fort, da die Zeit schon echt voran geschritten ist und wir nicht wissen, bis wann der Check in im Hotel ist, was im übrigen außerhalb des Parks im Süden liegt. Auf der Reise in den Norden lassen wir nochmal eine Stunde durch eine Baustelle und mächtig viel Verkehr. 16 Uhr kommen wir bei den Terassen an. Profi Tipp: der Rundkurs mit den Upper Terraces lohnt nicht – Zeit sparen und die Terassen von unten erkunden. In Summe sind die Terassen schon witzig anzusehen. Bakterien und mit warmen Wasser aufsteigender Kalk gaben den Terassen die Form die sie haben. Sollte man mal gesehen haben. Nachdem wir uns stattgegeben haben, müssen wir uns eingestehen, dass wir Lamar Valley heute zeitlich nicht mehr schaffen werden. Da wir immernoch das Problem haben, nicht zu wissen, bis wann wir Einchecken können, beschließen wir uns in Richtung Süden aufzumachen. Sind von hier zum Hotel locker 2h… dass wir hier im Park auch nur das eine Netz, das vom Handy benannte „Kein Netz“ haben macht es nicht einfacher zum Hotel Kontakt aufzunehmen. Selbst WLAN muss hier bezahlt werden. Also Anbindungstechnisch war der Yosemite hier weiter, aber der ist ja auch der „jüngere“. Der Yellowstone ist der erste National Park der USA und der Welt. Hier fing also alles an mit dem Schutzwahnsinn… irgendwie ironisch wenn man bedenkt wer aktuell dieses Land lenkt und wie er zur Natur und dem Klima steht 😅

Auf dem Rückweg legen wir in der Hoffnung doch mal ein paar Viecher zu sehen eine Offroad Strecke ein. Im Grunde eine Parallele Straße zur Hauptstraße nur eben nicht ausgebaut, Einbahnstraße und viel Natur. Da wir alle es etwas bereut haben, den WerbeBüffel am Eingang nicht zu knipsen, waren wir bisher an Tiersichtungen, bis auf ein paar Elch-Muttis, verschont geblieben. Und tatsächlich aus dem nichts läuft da einfach so ein Büffel aus dem Wald und schlendert an uns vorbei. 2 Buslängen Sicherheit am Arsch – Auto aus und Stefan springt direkt mit Cam ausm Auto. Der Büffel Bill lässt sich auch von nichts aus der Ruhe bringen und trottet gemächlich an uns vorbei, hinter uns über die Straße und verschwindet hinter dem nächsten Hügel. Alle grinsen, war keine zwei Meter vom Auto weg – Büffel, Haken dran, ab jetzt sucht jeder Grizzlys! Wir fahren weiter Offroad, sollen aber bis zur Straße nichts mehr zu sehen gekommen. Klara macht sich auch schon hinter den Bergen bettfertig, als wir plötzlich auf eine Masse parkender Autos und gaffender Touries stoßen – gutes Zeichen! Als wir näher dran sind stehen wir auf einer weiten Fläche auf der so 2-3 Büffelherden gemütlich grasen und Papa Büffel seine Schäfchen mit unüberhörbaren lauten zusammentrommelt. Aus dem nichts dann das Verkehrschaos denn PapaBüffel gibt den Befehl die Straßenseite zum Fluss hin zu wechseln. Wenn so ein zartes 750kg-1t Vieh auf dich oder dein Auto zuläuft ist das schon spannend. Jedenfalls geht nichts mehr wir sind inzwischen auch ausgestiegen und befolgen die Regel der 2 Spielzeug-Buslängen – je näher desto spannender 🙈.

Als wir von hinten dann etwas eingekreist werden von einem weiteren Bullen, verkrieche ich mich samt GoPro lieber hinter ein Auto 🤷🏻‍♂️. Wir warten noch bis die ganze Meute so größtenteils rüber ist und machen uns dann weiter auf den Weg. Die Uhr steht schon bei kurz vor 19 und es sind immernoch 70 Meilen bis zum Hotel. Je weiter die Dunkelheit über uns hereinbricht und je ausgeprägt dauerhaft wir in dem besonderen „Kein Netz“ kommunikationslos festhängen, desto nervöser werden Basti und ich. David pennt derweil geräuschvoll auf seiner 1st Class Loge, der hinteren Bank, Stefan ist mit fahren beschäftigt und Rinka will nur noch raus aus dem Auto. Haben wir uns heute etwas verkalkuliert. Gegen 21 Uhr kommen wir dann in Moran an. Von hier aus sind’s dann doch nur noch 10 Meilen nach Ost… mit Adleraugen scannen wir jeden Meter Straßenrand nach nem Hinweis auf unser Hotel ab, denn Netz haben wir nicht und die Hoteladresse, kennt das Navi nicht. 21.30 Uhr Togwotee Mountain Lodge links abbiegen! Geil – für uns eine Lichter Oase nach 30 Minuten Finsterniss. Jetzt ist alles gut, eingecheckt in die Hütte, mit Wraps, Mac&Cheese und den letzten Bierchen dann ins Nachtkoma geschossen und zufrieden eingepennt…

Erkenntnis des Tages: Nicht nur beim zocken, auch in der Natur kann man Zeit und Raum vergessen… 🤗

[14. + 15. Tag]