Zeit, bitte bleib stehen, bleib stehen
Zeit, das soll immer so weitergehen
Zeit, es ist so schön, so schön
Ein jeder kennt den perfekten Moment

Ich bin im Arsch. Happy zwar, aber im Poppes! Mal eben an einem Tag 2 3000er erklimmen vormittags und nachmittags… Spoiler: ab einem bestimmten Punkt tut‘s weh 😁

Wir schlafen für unsere Verhältnisse aus. Der Tag beginnt super gemütlich. Entspannt aufwachen, fertig machen, ein Bagel to go abholen und gegen 10 fahren wir los. Mount Washburn steht auf dem Plan. Ein cirka 12 km Hike mit rund 500 Höhenmeter die es zu bewältigen gilt.

Der Weg beginnt relativ unspektakulär, das wird sich aber ändern…

Der Weg ist gut ausgebaut, schlängelt sich um ein paar Berge und every now and then laufen und Leute übern Weg. Es ist jedoch bei weitem nicht so überlaufen wie gestern. Es ist ein angenehmer Hike. Wir kommen gut voran und auch das Knie von El Henno zickt nicht.

Als wir ganz am Anfang den Aufstieg begannen, erhielten wir schon einen kleinen Hinweis darauf das wir hier ein Schnee Hike machen werden. Wieviel Schnee hier noch liegt können wir zu dem Zeitpunkt nur erahnen. Das Verrückte daran sind eigentlich Widersprüche in Bezug auf die Temperatur. Es sind angenehme 20 Grad auf dem Hike. Klar weiter oben nicht, aber der Schnee hält sich dennoch hartnäckig.

Einfach nur grazil wie ein Elefant 😏
Es war nicht selten dass der Schnee den Weg komplett versperrte und die Rutschbahn in den Tod nach unten eröffnete…

Es war ne wilde Erfahrung und vielleicht… auch nur vielleicht… hab ich nen kleinen Schneeengel in den Schneeberg gemacht 🥶😁😇

Das Kind freut sich… lass mich! 😬
Der Blick auf den Grand Canyon of Yellowstone war irre 🥰

Nach guten 2h erreichen wir den Summit oben. Der Wind ist irre und geht mich Fliegengewicht fast weg. Gut dass es ein Aussichtsraum gab der Schutz und Wärme bot… daneben bot er auch Menschen… viele Menschen und eine buchstäblich atemraubende Luft. Ich bin raus in eine Windgeschützte Ecke und habe meinen Eier und Käse Bagle gefuttert. Allerdings wurde ich dabei beobachtet. So ein Mini Eichhörnchen trotzte dem Wind und versuchte immer näher zu kommen in der Hoffnung vom Bagel fällt was ab. Süßer kleiner Schlawiner – was er nicht weiß: geb ich ihm was mach ich mir strafbar 😔 750$ Strafe stehen auf das füttern von Wildtieren und Petzen ist ausdrücklich gewünscht. Ich lass es und spiele ein bissl Back & Forth mit ihm 🫶 Süßer Fratz!

Als Beweis – oben ick war 😃

Erwähnte ich schon dass es wie Hechtsuppe gezogen hat da oben? Ich wollte so frei sein und euch irgendwas mitteilen, aber der Wind hatte wohl was dagegen

Ich bin mir sicher, dass war Mega Wichtig und die beste Information die ich mitteilen konnte … nicht.

Wir haben so 30 Minuten Pause gemacht bis wir den Weg runter wieder antreten. Weg runter geht auf die Knie und es dauert nicht lang das ihm seins nen Strich durch die Rechnung macht und er grübelt ob er den Nachmittags Hike mitmachen soll oder nicht. Ich mach’s tatsächlich kurz und verbiete es ihm einfach frecherweise… Ober schlägt Unter, Alter die Waisheit oder die Vernunft den Willen. Er bleibt unten und wir den Nachmittag an der Lodge verbringen. Geschont im Angesicht der Berge, des Sees und der Lodge. Für den Yosemite und den Hike morgen tatsächlich bissl „vorgeschont“. Nunja wie oben zu sehen war, wir waren auf 3100 üNN. Ja die Schlaubi Schlümpfe unter euch werden sagen vom Parkplatz bis da nauf waren’s auch nur 500 Höhenmeter unterschied, aber die Luft an der 3000er Region… die schafft einen schon. Naja wir haben’s heile wieder runter geschafft und waren 15 Uhr circa beim Teiko Drop Off 😬 kurze Pipi Pause und ab ging’s zum Avalanche Trail. Der so cirka 30 Autominuten von unserer Lodge beginnt.

Wenn der Mount Washburn der Hike mit dem Schönsten Blick sein soll, so ist der Avalanche Hike eine der schwierigsten Hikes sein. Wieso? Weil hier Höhenmeter gemacht werden mit Steigungen von um die 30%. Und genau so gehts auch direkt los. Der erste Kilometer hat eine Pace von entspannten 25 Minuten

Wir alle sind am Pumpen wie ein Maikäfer. 😅

Aber das schlimme daran ist eigentlich: Bären. Im Yellowstone gibt’s ja freilaufende Bären. So an die 1000 Stück +- hab nicht genau gezählt. Hier im ersten Teil des Trails ist der Wald sooooo dicht, dass man den Sicherheitsabstand von 100m im Leben nicht einhalten kann. Wenn du ein Bär erspähst, dann steht er locker schon 10 Meter vor dir. Vorher siehst ihn gar nicht, also sind wir lärmend durch den Wald gewandert 😄 ja war schon ein bissl lustig, aber Respekt hatte jeder von uns. Nach ner guten Stunde waren wir dann in unserem Zahnstocherareal. Wir wissen nicht genau was da los ist im Yellowstone. Im Harz sind es die Borkenkäfer die alles kaputt machen. Hier so haben wir die Vermutung ist es eine Art Pilz der möglicherweise die Wurzeln der Bäume frisst und sie deshalb absterben und einfach umknicken

Der Cordiceps Pilz der im gesamten Areal zu finden war. Also da bei den Zahnstocher Bäumen…
Im Hintergrund die Zahnstocher Bäume. Im Vordergrund die Zahnstocher Ärmchen 😄

Je höher wir kommen desto mehr Schnee liegt da noch am Avalanche Peak. So viel Schnee, dass wir einmal völlig vom Weg ankommen und uns für 30 Minuten völlig verrennen. Zum Glück ist die Bären-Kurzsicht zu dem Zeitpunkt kein Thema mehr. Wir finden irgendwann auch unseren Weg wieder in setzen den Aufstieg fort. Am Ende werden wir wieder bei 3200m üNN sein. Zum zweiten Mal an diesem Tag. Schon ein bissl crazy – entsprechend kaputt bin ich grad, aber ich tippe noch für euch 🫶

Schnee… oben sehen wir nur noch…
Schnee…

Zugegeben… es war schon arg gefährlich auf dem Weg. Geröll von Schnee bedeckt aber drüber müssen wir trotzdem wenn wir weiter hoch wollen. Clever wie wir sind holen wir die Wanderstöcke erst raus als es wieder runter geht, aber naja… sag ich mal nix weiter zu.

Fick dich Berg! Unser rechtlich abgesichertes Bild als wir dank Schnee beschließen den Rest zum Summit nicht weiter hoch zu gehen.

Tatsächlich siegt wieder die Vernunft. Die Uhr sagt schon 17 Uhr und wir müssen ja auch noch irgendwie runter. Als wir aber eine ganz windig eklige Passage gekommen sind…

… sehen wir den Berg samt Restweg. Das sind a) locker nochmal 1h zu Fuß und b) geht der Weg mitten durch eine Eispassage. Nope, ohne uns. Wir sind sowieso kaputt und die letzten 100 Höhenmeter sind es uns einfach nimmer wert. Wir rasten kurz auf einer Art zwischen Peak und dann geht’s ins Tal zurück. Mit hin und wieder widrigen Umständen in Sache Geröll und Rutschfestigkeit…

Aber immerhin die Aussicht – mega

Gegen 19 Uhr sind wir zurück in der Lodge. Duschen, essen, schreiben sind die letzten Tätigkeiten für heute. In Summe für mich ein wundervoller Tag. Die Aussicht vom Washburn war Mega, der Hike zum Avalanche hoch super geil zwischen dem Wäldern. Ich bin zufrieden und schaue auf einen erfolgreichen Tag zurück. Wieder ne Masse Erfahrung gesammelt.

Erkenntnis des Tages: überall da wo Bär drauf steht, ist nicht immer ein Bär drin 🤷🏻‍♂️

[Tag 10] Yellowstone 2 Mal 3000+ [Click me]