Ich sitze hier. Einmal mehr… Moment… genau 11281 Meter über NormalNull und peile genau wie in 2016 Paris an. Dass aktuell sogar mit knapp 900km/h. Hab’s eben eilig nach Paris zu kommen… nee eigentlich Paris is oll, ich will Heim. Eh ich da aber zusammen sacke vergehen noch ein paar Stunden. Nach Salt Lake City Zeit hätten wir’s jetzt halb eins morgens. Habe mir inzwischen. Drei Filme im Flieger angeschaut und bin kein Stück müde. Der ein oder andere Fragt sich vielleicht wieso. Grund eins könnte sein, das in meinem Flieger die Dauerschleife von The Walking Dead „läuft“ [Anmerkung d. Red.: Wortwitz kapiert? 😒] Es schiebt sich ein Rentner nach dem anderen den Gang hinauf und wieder runter. Ohne Witz die laufen links an mir runter machen einen Kehrtwende hinter den Klos, kommen rechts zurück um dann bei den Hinteren Klos erneut nen U-Turn hinzulegen. Ich mein es ist für die auch halb ein Uhr morgens – geht pennen, Zefix!

Ein anderer Grund wieso ich nicht zum schlafen komme, ist vermutlich die Tatsache, dass wir irgendwie die Nacht übersprungen haben, die Sonne permanent am leuchten ist und diese – Sorry – 12 Jährige Dreckskröte auf 9 Uhr nur Spanisch spricht und das Fenster immer auf und zu macht, damit man auch ja erblindet, nachdem sich meine alten 38-Jahre alten Augen an die erholsame Dunkelheit gewöhnt haben. Kein Plan was die da macht… sendet die Morse Zeichen?!

Um mal zum Guten zu kommen der Flug dauert keine 11h wie hin, sondern nur 9h von denen ich aktuell nur noch 90 Minuten vor mir hab [Fenster wieder oben… Moment meine Augen brauchen die Zeit… darf man fremden Kindern die Hände an die Beine knebeln?!]

90 Minuten klingt super, soviel Zeit hab ich jetzt aber auch nur noch zum Texten und wir hatten ja noch zweit Tage, in denen wir ein bissi was gemacht haben… naja eigentlich sind wir Auto gefahren und haben uns ne Stadt an geschaut. Salt Lake City ist die Hochburg der Mormonen, der Jüngern von Jesus Christi der Moderne… oder wie ich sie nenne eine weitere besch… Sekte, die den Leuten das Geld aus der Tasche zieht. [Fenster wieder unten… die Dunkelheit erfüllt mich mit Freude… Sekunde die Renter-Polonaise kommt wieder durch. Auch wenn the Walking Dead permanent läuft die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei 901,5 km/h (Flugzeug abziehen) bissi Zeit hat man also pro Runde] Wo war ich? Ach ja, die Sekte, die Mormonen, deren weltliches Zentrum in der Tat Salt Lake City (SLC) ist. Da kam wohl am 24. Juni um 1850 oder so ein Typ nach SLC und meinte vier Tage später, auf diesen Fleck bauen wir unsere Kirche. Gut ja die Kirche ist schon beeindruckend [Bild im Anhang] wenn man bedenkt, dass die damals keine Baugeräte hatten. Europäische Kirchen sind aber hübscher, mehr verziert und detailreicher. Woher ich das alles weiß? Ich war mit David im Besucherzentrum, da ich wissen wollte wie es in der Kirche drin so aussieht und man als normal Sterblicher die Kirche nicht betreten darf. Geweihtes Land und so, vermutlich müssten sie den Fleck wo ich als bekennender Atheist gestanden habe mit Salzsäure sauber ätzen und mit Weihwasser nachspülen… [Apropos ätzen… Kind… Fenster… oben… ich glaube meine Augen verdampfen gerade, könnte aber auch der Hass von innen sein]

Na jedenfalls waren wir da drin und ich musste feststellen das das innen leben aussieht wie ein gewöhnliches Haus mit einigen Ebenen… 😴😴😴… dort wurde auch gezeigt wie sie die Kirche gebaut haben. Das war zugegeben schon spannend zu lesen. Auch ein Verrücktes Bild hing da wo jemand auf dem Kirchturm nach irgendwas schaut… vermutlich nach seinem nächsten Leben, wenn man bedenkt wo er da steht [Bild im Anhang]

Das nächste leben war allerdings auch so eine Sache die dort behandelt wurde und diese hat immerhin [Fenster wieder zu] zum nachdenken angeregt. Die Mormonen glauben an ein Leben nach dem Tod, oder besser gesagt an die Wiedergeburt. Getreu dem Motto was Christus kann, kann ich schon lange. Die haben diese These allerdings mit der Begründung eingeleitet: Jeder Mensch hat vor etwas Angst und vor dem Tod brauchst keine Angst zu haben, weil ja nur deine erdene Hülle abgenuddelt ist und deine Seele in den Himmel kommt, wo man auch wieder mit der Familie und Freunden vereint ist, bis man aus irgendeinem Grund wieder zurück ins Donald Trump-Land geschickt wird, in ner neuen Hülle zum abnuddeln… [Aaaaaaaaaaah Fenster auf… gleich gibts spanisches Kindergeschnetzeltes!!!]

Wiedergeburt… ich mein das mit der Wiedergeburt is nich neu, aber ich finde den Gedanken gut, an etwas festzuhalten, um seine Angst zu überwinden. Solange niemand dadurch beeinträchtigt, oder benachteiligt wird kann man sich doch an so einem Gedanken festhalten, um angstfrei leben zu können, oder?! 🤷🏻‍♂️ Tut ja keinem weh, zumindest nicht in dem Fall…

Naja der Tempel der Mormonen war dann auch schon das einzige was wir uns gestern nach ausschlafen und 5h Autofahrt nach SLC gönnen konnten. Bei Steak und Bier lassen wir den letzten Abend nochmal ausklingen und schlendern abschließend durch die Stadt… naja 4 Schlendern… einer fährt Elektroroller. Richtig geil! Mit einer App kann man sich so einen Roller, die überall im Zentrum rumstehen, entsperren und einfach schneller mit gut 15-20 Meilen Pro Stunde ans Ziel kommen. Richtig nice und wie man im Video vorhin sehen konnte, hat uns der Roller auch heute noch beschäftigt 😁🛴👌

Salt Lake City eine Stadt für Elektroroller gebaut, sauber, gute Straßen und extra viele Fahrradwege, auf denen wir heute nochmal unterwegs waren , um noch ein Cheesecake zu futtern nach dem Mittagessen… hey ist der letzte Tag im Ami Land, da muss nochmal ne Kalorienbombe her 😁

Oha, das Licht geht an… die letzte Fütterung vor der Landung in Paris steht an. Davor aber noch stinke Tücher zum waschen, oder die Augen ausreiben um den Nacht-Hass zu beseitigen. Immerhin wird dadurch jetzt The Walking Dead Express in die Schranken, respektive auf die Plätze gewiesen… hey es gibt Joghurt zum Frühstück, da kann die LaktoseParty ja gleich steigen 🤗🤗🤗.

Jetzt hier so über London sag ich mal danke fürs Mitlesen. Falls ich’s in Paris nicht schaffe zu posten, werd ich’s wohl erst morgen absetzen können. Drückt mal weiterhin die Daumen dass wir unseren Anschlussflug bekommen. Sieht stand jetzt ganz gut aus 😉

12:11 Pariser Zeit – nachdem unser Salt Lake City Flieger gefühlte 3 Runden um den Airport gekarrt ist und erst 30 Minuten nach Landung angedockt hat, konnte unsere Jagd nach dem nächsten Flieger beginnen. Basti vorn weggerannt und den Weg freigeschnippt. Ich kann’s gar nicht beschreiben wie das geklungen hat… aber wenn man im Techno-Beat jede Basedrum mitschnippt, dann kommt das glaube gut hin. Zu F30 mussten wir, dh Terminal wechseln. Weiter im Dauerlauf mit dem Dauerschnipper, Rolltreppe hoch… nee Treppe das geht schneller und wieder runter, links, rechts, Gang geradeaus, Sicherheitscheck überfüllt. Wir fragen den überforderten Angestellten, aber der zeigt nur in eine Richtung für mich… nicht die Sky Priority, die Basti Stefan und der Rest schon lang sind. Ich soll mich nochmal anstellen, aber David hinter mir nimmt sich einfach die Prio Schlange. Ich also wieder zurück, die überforderte Haselocke gefragt, er zeigt wieder in die normale Linie… jajaja, Froschschenkel! Bin einfach in die Prio Linie gelaufen und nichts ist explodiert. Als wir am Check stehen haben wir noch gute 30 Minuten bis Boarding – das sieht eigentlich ganz gut aus, bis Davids Rucksack den Test nicht besteht und der Controlleur, kurz vor Rente, nicht aus der Hüfte kommt und sich mit nem anderen Franzosen nochmal ausgiebig über die Qualität der letzten Froschschenkel unterhält. Nach gefühlten 60 Minuten Plauderei platzt die Geduldsschnur, aber just in dem Moment ist auch das Gespräch vorbei. Jetzt nur noch fix Passkontrolle – ist ja Europäisch, einmal Scan, einmal Foto, feddich. Pünktlich 7 Minuten vor dem Boarding kommen wir beruhigt, Schweiß gebadet aber in Time an. 1h Anschlussflug – das geht also! Man muss nur die Beine in die Hand nehmen, etwas frech sein und mit den Fingern ein TechnoBeat schnippen ✌🏻

So sitz ich also im Flieger und kann nochmal über das Fazit des Urlaubs sinnieren. Der Urlaub war schön so viel steht fest. Eindrücke gab es mehr als genug. San Francisco bleibt für mich aktuell die Stadt mit der größten eigenen Identität. Yosemite ist gewaltig schön, wurde aber in Summe vom Yellowstone abgelöst, der mehr Zeit verdient hätte, da er sich echt zieht. Ein Hotel sollte wenn dann Zentral gebucht werden. Der Zion ist zwar auch beeindruckend, aber man sollte es vermeiden, auch wenn es sich extrem anbietet, die ganzen Parks um den Grand Canyon in einer Reise abzuklappern, weil dann einfach der Wow Effekt raus ist. Auch wenn wir bei vielen Orten zum zweiten Mal gewesen sind, konnte ich für mich an jedem Ort noch was mitnehmen. Das bedeutet in Summe für mich, dass der Urlaub erfolgreich gewesen ist. Ein Roadtrip ist leider bei mir nie erholsam, da das ständige Hotel gewechsel richtig nervt und daher auch schlaucht. Fakt ist aber auch dass bei der Größe von 5 Leuten die Entscheidungsfindung meist schwerer ist, als bei drei Leuten. Das kostet auch nochmal Geduld und bringt mich zum Schluss das eine Gruppe mit fünf Leuten – sofern die Chemie nicht zu 100% stimmt – etwas zu groß ist. Ich denke auch dass der Erholungsfaktor proportional zur Gruppengröße sinkt, so wie diese steigt.

Man lernt halt immer dazu. Gleich geht’s runter nach Hamburg, dann noch 2,5h nach Goslar und 2h nach Berlin. Jetzt muss ich nur noch der Mom von David die herzliche Gastfreundschaft ausschlagen, denn so wie ich hörte – gibt es was zum Essen für uns. Ist wohl auch schon alles vorbereitet, aber nach Salt Lake City Zeit haben wir es 5 Uhr morgens und ich bin entsprechend kaputt und will eigentlich nur noch nach Hause… ich hoffe sie nimmt es mir nicht all zu krumm und versteht mich/ uns für die die Reise in Hamburg noch kein Ende hat.

In diesem Sinne, vielen Dank an alle Mitreisenden und Mitleser!

Es war mir ein Genuss ✌🏻😗 Bis zum nächsten Trip!

[Letzter Tag]