Kilaguni Serena Lodge – 18:58 Uhr – draußen singen die Grillen schon ihr Schlaflied und ich sitze auf der Terrasse mit Blick in den Tsavo West Nationalpark und mit Blick auf die Wasser stelle keine 50 Meter vor mir wo Familie Dumbo mit den drei Kids gerade Zähne putzt, sich ein letztes Schlückchen Wasser genehmigt, um sich für die Nacht fertig zu machen. Der Sandmann war immerhin schon da und die Kleinen müssen ins Bett… sonst kommt der Leopard und muss sie blutig zerfleischen – sorry, ich schweife ab ![]()
Der Tag beginnt früh. Kurz nach sechs… viertel sieben, oder dreiviertel vor sieben, oder 45 Minuten vor dem Aufstehen – hoffe ich habe alle deutschen Begrifflichkeiten für diese unchristliche Uhrzeit im Urlaub klar gemacht. Wir wollen heute ein paar Löwen suchen, idealerweise welche, die gerade ihr Frühstück auf den Feldern und Sümpfe suchen, gefunden haben oder verdauen. Es ist schwierig und nicht so wie im Zoo. Salim steht ihm engen Kontakt mit anderen Guides. Was wir zuerst finden sind aber eine Hyäne mit Büffelfuß im Maul und ein Schakal der sich an dem armen Büffel noch ein Steak abknabbert – sah aus wie ein Lendenstück, dieser alte Gourmet! Etwas später die Sonne ist schon aufgegangen finden wir dann Mama Löwe und zwei ihrer Plagen in weiter ferne aber mit Stefans Riesenlupe noch gerade so zu erhaschen. Mehr ist heute morgen leider nicht drin, aber egal, der Sonnenaufgang über der Landschaft entschädigt schon einiges. Dazu ist der Herr Kilimandscharo heute in Poser-Laune und hat die Wolken beiseite geschoben. Zusammen mit den ersten Sonnenstrahlen ergibt sich eine Symbiose sondergleichen! Lieben Gruß an meinen Dad: oben auf dem Berg lag noch Schnee [Kleiner Family Insider
]!!! Gewaltiger Eindruck der sich uns hier offenbart. Gegen 8 sind wir zurück und dürfen nochmal von dem Wahnsinns Frühstück speisen. Man kann blind alles nehmen, nichts schmeckt seltsam – richtig gute Lodge und wir sind traurig als wir los müssen, denn wir sind im Glauben dass ist nicht zu toppen. [
Papa Dumbo gibt schon zum wiederholten Male laut… imitiert der nen Löwen?! Was zum…?]
Wir steigen also ein zu Salim Schumi Schubrakete und machen uns auf den Weg in die 100km entfernte Kilaguni Lodge im Tsavo West NP. Auf vielfachen Wunsch auch diesmal ein Bild von ihm inklusive unseres Nissan Tuff Tuff, oder auch Nissan Desert Storm der und im einwandfreiem Zustand hier in Kenia so um die 1000km getragen hat. Profil geht noch, Stoßdämpfer wie bekannt sind auch top in Schuss und auch wenn es heute auf der Fahrt 2-4 mal richtig knallte und ich dachte die Achse fliegt weg oder wir haben den Motor verloren – ein Blick zu Schumi und wenn der nicht muckt… Hakuna Matata – kein Problem! ![]()
Für die Fahrt nehm ich mich entspannt aus dem Spiel, schieb mir die Kopfhörer ins Ohr und genieße die endlosen plattgedrückten Akazienbäumen auf den Weg – tief durchatmen, Kraft tanken und nach vorne schaun… Schumi Schubrakete beim Überholmanöver – lieber nach links schauen oder doch besser gleich Stufe 2 zünden ![]()
Als wir aus dem Amboseli rauskommen gibt es mal wieder eine ordentlich massive Massai Business Attack. Salim muss Papierkram erledigen und wir sitzen wie Affen im Tuff Tuff und die Massai klopfen an die Scheiben um ihre Schnitzfiguren, oder Schmuck loszuwerden. Nervig hoch 10, weil die ein Nein nicht akzeptieren. Auch nicht zwei Neins, oder drei oder vier. Erst konsequentes ignorieren bringt nach 4 Minuten den Erfolg, aber nur wenn man nicht schwach wird und den Timer durch ein hingucken oder „Nein!“ quasi zurücksetzt. Das schlimme ist eigentlich das die Fenster zu sind und die Sonne heute den Nissan Tuff Tuff in kürzester Zeit in einen Nissan Back Back umwandelt und wir bald gut gar sind… 10 Min später gehts weiter – Vollgas – Fenster auf – Staub rein, aber lieber staubig, als schwitzig sagen wir uns… bevor wir in den Tsavo West reinfahren haben wir das gleiche Spiel nochmal aber diesmal halten und keine Ranger auf, sondern Paramilitärs – mit genügend Knete sind auch die für Salim kein Thema und wir können entspannt weiter ziehen. Bis zur Lodge gibts nochmal eine Minisafari mit offenem Dach und wir durchqueren mal wieder eine komplett andere Landschaft. Vulkanlandschaft wir fahren über eine 1000 Jahre alte Lava-Zunge. Das Gestein ist super rauh und es läuft sich extrem komisch darauf. Jahre, Regen und Kälte haben das Gestein auch sehr bröselig gemacht – surreal, aber irgendwie cool. Weiter geht’s in dicht bewachsenen… ja was ist das? Savanne? Wald? Gebiet! Lauter Sträucher, Bäume, Akazien und anderes vegetarisches Gourmet Menü. In diesem Gebiet soll es mit richtig viel Glück Leoparden und Nashörner geben… wir alles haben Augen wie ein Luchs aber bis zu Lodge sollen wir kein Glück haben. Mehr als haufenweise DickDick’s diese Hasen auf Streichhölzern, Zebras und Giraffen sehen wir nix. Angekommen in der Lodge, betreten wir einmal mehr eine andere Welt. Grüner Rasen, alles gepflegt und schnieke. Nichts erinnert daran, was hinter dem Zaun ist. Wir checken ein und uns stockt der atmen als wir zum Mittag gehen. Das Tsavo West Gebiet zu unseren Mittagstischfüßen, am Horizont eine Gebiegskette, dazu blauer Himmel, Sonnenschein und direkt vor dem Essensbereich zwei Trinklöcher an dem sich Zebras, Gnus und Familie Pavian die Klinke in die Hand geben – Entschuldigung, aber das ist Sch***e geil! Somit wäre bestätigt dass, wir von Lodge zu Lodge immer eine Steigerung in Qualität und Geilheit erfahren haben. Wir sind ausnahmslos begeistert. Das Essen tut sein übriges. Nach dem Essen haben wir bis 16 Uhr Zeit bis wir zur letzten Safari aufbrechen. Die Sonne scheint seit Tagen mal länger weshalb ich mich fürs Sonnenbaden entscheide und der Rest der Bande die Lodge unsicher macht. Alle sind los – ich bade 5 min ![]()
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Das Wetter war wirklich super für die Safaris aber ich brauch ein bissl Wärme auf der Haut…
16 Uhr es geht offiziell zu den 12km entfernten Mzima Springs eine Quelle des feuchten Glücks mitten im Nichts. Die Quelle ist nicht so spektakulär und keine Erwähnung wert. Viel toller ist eigentlich dass wir mitten im Busch auf der Suche sind nach Nashorn oder Leopard. Wobei letzteres unser Interesse viel mehr trifft. Wir suchen alle Schumi fährt auch langsam, angenehm und unsere Augen schweifen durch Sträucher, Bäume Landschaft – wir wollen einen Leo entdecken. Jeder will der erste sein und es stellt sich richtiges echtes Safari Fieber Feeling ein – alles finden es gut, aber die Springs unterbrechen unseren Spaß – leider! Auf dem Rückweg fahren wir wieder in den Sonnenuntergang, werden aber auch dann in der Kühle der Dämmerung nicht fündig. Kein Leo, kein Rhino – Schade, aber die Eindrücke bleiben und reichen fürs Leben!
Ich sitze inzwischen wieder beim Abendbrot. Die Herde Elefanten baden immernoch in der Wasserstelle vor dem Restaurant – So an die 20 Tiere. Als ein Schakal kommt dreht Papa Dumbo kurz frei und wir sind Zeuge einer richtig rasanten Baby-Schutz-Aktion. Papa brüllt und die Mamas bilden einen Schutzkreis um die 4-5 kleinen. Kurz darauf wieder Entspannung pur. Einige baden weiter andere pflegen sich von allen Seiten. Besonders beliebt: ein kleiner Fels. Der eignet sich hervorragend für das putzen/ kratzen von der Seite, von hinten, von „ganz“ hinten (Schwanz is oben
) und von unten – Unterbodenwäsche
. Nur schmutzfinken denken bei letzterem an einen Begattungsakt… auch wenns 1:1 so aussieht. Vielleicht kommt ja eine Elefantensteinstatur dabei raus ![]()
Wie auch immer, wir werden hier sicher noch ein bissl sitzen und die Dumbos beobachten bevor es morgen früh um 7 nach Mombasa zurück geht. 300km – 5h fahrt. So toll und schön die Eindrücke waren, so fix und alle ist jeder von uns. Wie in den USA ist die Safari mit täglichem Lodge Wechsel auf Dauer echt schlauchend. Wir sind froh über das erlebte und happy über das entspannte was noch kommen wird. Bei mir persönlich stellt eine gewisse Dankbarkeit ein – ähnlich wie in den USA – ich halte oft inne um das Erlebte ganz fest abzuspeichern, eine weitere Methode mir alles besser merken zu können, lest ihr grad
man ist eben auch keine 25 mehr!
Erkenntnis des Tages:
Carpe Diem – genieße den Tag, saug alles auf, auch wenn Du die Bedeutung aktuell noch nicht verstehst und sich der Mehrwert erst später wie ein Puzzle zusammen fügt. Asante Sana, Kenia!