Nicht mal 24 Stunden!

Würde jeder Tag eine besondere Überschrift haben, dann wäre dass die Überschrift für heute… aber wie immer von vorn!

Der gestrige Abend bot Rinka und unseren Safari – Mitreisenden noch ein besonderes Schauspiel. Die Mitreisenden seien hier auch nochmal ausdrücklich genannt mit lieben Grüßen an Anja, Mike und die kleine Mullemaus 😋. So gegen halb Elf – ich hab schon die Schäfchen gezählt – verirrte sich Papa Dumbo vor unsere Balkons. Basti, Rinka, Anja & Mike waren direkt über uns und konnten den Bullen, dessen Schulterhöhe in den zweiten Stock reichte, mal direkt hallo sagen. Wunderschönes Highlight, von dem Stefan und ich nichts mitbekommen haben… bis zum nächsten morgen. Der heutige Tag war für mich im wahrsten Sinne des Wortes der beschissenste. Nicht genug, das Papa Dumbo oben Spaß gebracht hatte, uns hat er natürlich vor den Balkon geknattert. Einmal mehr Danke – Asante Sana! – Kenia 😒! Da wir heute losziehen war das nur ne Randnotiz viel schlimmer ist, dass mich Montezumas Rache heimsuchte. Hatte gestern den Fehler gemacht und Iced Coffee bestellt – der mit Eiswürfeln gekühlt wurde. Naja dumm, heute morgen also ganz viel Spaß mit Bauchkneifen und allem drum und dran. Ein paar Pillchen hatte ich dabei, aber aus Ägypten kannte ich die Wirkung einheimischer Medizin, also zu Rezeption und einen Doc ins Zimmer bestellt. Der brachte mir… das gleiche – Imodium – 💪 yey! Hatte schon die nötige Dosis von den europäischen Tabletten genommen, aber zur Sicherheit, weil heute die 7h Reise nach Mombasa ansteht nochmal die gleiche Dosis auf kenianischer Imodium… doppelt hält besser und abgesehen davon bin ich im Yolo-Mode – man lebt eben nur einmal! Mit 30 Minuten Verspätung gings wegen mir dann doch los – ohne Frühstück, ich verweigere jedes Essen oder Trinken bis Mombasa um nichts zu riskieren! Aus den Park raus machen wir für 60km nochmal eine Minisafari und hoffen auf ein Rhino, denn Salim fährt extra einen kleinen Umweg über ein Reservat für Nashörner. Rein dürfen wir nicht, weil gesperrt aber wir hoffen auf eine Sichtung am Rand, die sich leider nicht einstellt. Abgesehen davon bin ich sowieso mit mir beschäftigt. Was ich wenns wieder losgeht?! Ich werde meinen blanken Hintern nicht in den Busch halten! Das wird nicht passieren! Ich male mir sämtliche Fälle aus wie ich im Notfall reagieren kann – Gott ist mir das alles peinlich! Aber ich reiß nicht zusammen und hoffe auf das beste, was sich auch einstellt. Bis Mombasa ist nichts und ich kann auch wieder hinten im Auto platz nehmen. Die anderen hatten organisiert dass ich vorn bei Schumi sitze „damit ich schneller raus komme“ – nackte Haut im Busch wird nicht passieren! Dann schaut mir am Ende noch so ein blödes DickDick Karnickelvieh zu… neeeeee! Wie auch immer Rhinos haben wir leider auch da nicht gesehen und Salim erzählt ein bisschen was über das Problem Wilderei und dass dies der einzige Grund sei, wieso wir Nashörner nicht finden können. Es gibt schlicht zu wenige und die die es gibt sind geschützt im Santuary – im Reservat.

Wir kommen raus aus dem Park und biegen auf unsere gewohnte Bundesstraße in Richtung Mombasa und Bamburi Beach Hotel ein. Der Weg dahin wird von Salim in gewohnter flotter Schumi Manier bewältigt. Die kaputten Straßenanschnitte nach Voi sind staubig anstrengend und wir müssen und mit einer aktiven, manuellen Airconditioning (Fenster auf bei nicht Staub und zu bei Staub) behelfen, denn das Wetter heute könnte nicht besser bestellt sein – blauer Himmel und 30+ Grad. Diese Kombi macht unseren Nissan Destert Storm wieder zum Nissan Back Back und das innerhalb weniger Sekunden nach Fenster zu – richtig heftig. Da wir zum Bamburi müssen und Anja & Co zu Diani Beach trennen sich unsere Wege kurz hinter Voi. Auch von Salim müssen wir uns trennen, denn er düst mit Mike und Anja zum Diani. Der Abschied is herzlich und auch die kleine Mullemaus will sich nicht von uns trennen. 5 Tagen haben dann doch zusammen geschweisst. Die Tränchen kullern wieder denn sie hatte wirklich Spaß. Auch hat sich sie offenkundig in mich „verliebt“ – war wohl der schönste Mann an Bord hat sie mir gesteckt… aha aha 😉 – und das macht den Abschied um so schwerer. Sie 5 – ich 37 – unsere Hobbies waren einfach zu verschieden. Das hätte nicht geklappt… Nunja den Urlaubsflirt hatte ich mir älter vorgestellt, aber immerhin konnte ich ihr ein paar Discofox Schritte beibringen 🕺wir tauschen die Kontaktdaten für Fotos aus und lassen die Mullemaus nebst Mama und Papa zurück. Für uns gehts jetzt in Richtung Bamburi im gleichen Nissan. Diesmal allerdings ein Nissan Chic Chic, denn darin warten schon… ja keine Ahnung wer sie sind. Zwei Franzosen, die kaum Englisch können – ich nenn sie mal Pierre & Marie Curie. Gefahren wird der Flitzer von… Salims Bruder?! Keine Ahnung, nennen wir ihn Jacques Villeneuve, denn er hat nicht nur den gleichen schnellen Fahrstil wie Schumi Schubrakete drauf, nein er kombiniert das ganze auch noch mit Risiko und Leichtsinn – richtig super! Villi wills eben wissen und auf der Fahrt nach Mombasa kann ich den Hup- Code entschlüsseln! Einmal Hupen = Achtung, ich bin hier! Zweimal Hupen = Achtung, jetzt komm ich! Dreimal Hupen = Lass mich hier rein, sonst sterbe ich, weil von vorne kommt was! Dann gibts noch ein rhythmisches Hupen bei dem ich mir nicht ganz so sicher bin. Ist glaube irgendwo zwischen „Was für ne blöde Aktion war dass denn?!?“ und „Du Vollidiot!!!!“ Sogar Rinka hat wieder Angst und kann dem Villi nicht vertrauen. Hinzu kommt, dass wir noch 2 staubige Umgehungsstraßen à 10km bewältigen müssen. Was bei Salim noch ein vollautomatisches PrimaKlima dank uns war, klappt mit Pierre und Marie null Komma gar nicht. Die Sitzen nur da – reden kein Wort und haben die Fenster immer zu?!?! Mit den uns verbleibenden Fenstern klimatisieren wir uns so gut es klappt, aber genervt und alle sind wir trotzdem als wir quer durch Mombasa geritten im Bamburi ankommen. Zum einen eröffnet sich im Bamburi mal wieder eine ganz andere Welt nachdem wir 2h nur Blechhütten und Armut in Kenia gesehen haben, aber wenn man zweimal hinschaut ist das Bamburi eine 3 Sterne absteige. Die Rezeptionistin unfähig uns vier auseinander zu halten, wir erklären ihr 3 Mal wer wir sind, wer mit wem auf welchem Zimmer ist und wo die entsprechenden Koffer hinmüssen. Dass sie drei Kerle sieht und aus Stefan trotzdem mehrfach ne Stefanie macht – so what! Wir sollen zunächst mal Mittag essen da es das nicht mehr lange gibt. Da mein Appetit inzwischen auch wieder da ist, lange ich mit zu. Übrigens rennt unser Begrüßungsdrink an uns vorbei und erreicht uns im Nachgang im Restaurant. Die Auswahl ist okay, aber das erste was ich sehe ist eine komische Dekoration. Ich frage mich : wer packt denn zwischen die ganzen Speisen eine grüne Deko-Spinne?!? Was ergibt dass denn für Sinn? Stefan schaut genauer hin und siehe da, es bewegt sich! Die lebt! Es ist echt und ich echt bedient… Nudeln müssen reichen. Rinka nimmt das gleiche uns fischt aus ihren Nudeln erstmal einen… Zwirnsfaden? Also so ein kleines Stück oder so. Für uns steht fest wir müssen das weniger als 24h aushalten. Morgen früh geht’s um 7 schon weiter nach Sansibar – 5 Sterne Luxus nachdem wir uns sehnen. Vorallem als wir unsere Zimmer bekommen. Selbst die Lodges im Busch waren gepflegter! Die Dusche verkalkt und ekelig, gleiches gilt für das Klo. Unsere Terrasse zwar sauber aber mit dem tollsten Blick auf ein versifftes und von Tauben „dekoriertem“ Vordach – das vom Restaurant. Sogar Stefan, der Ruhefels in der Gruppe, will nur noch weg. Duschen will er vermeiden, aber es geht leider nicht, wir waren im Nissan Chic Chic, der in den Umgehungsstraßen zum Nissan French Toast mutierte, dank defekter AirCondi von Pierre und Marie, die stummen Staturen aus Frankreich. Woa bin ich genervt! Werd ich geröstet, werd ich zur Diva! Commander Rinki will Sonnenbaden – da einzige was eventuell geht. Das mit der Sonne geht, aber nur am Pool, da der Strand von Massiver Business Attack belagert wird. In den Pool kannste aber auch nicht, da grün Algen an den Treppenstufen, die Pflegekünste des Hotels wieder spiegeln. Wir sind alle satt! Ab zur Bar, aber bitte nicht auf die Plastikbecher schauen… haben einen leicht braunen, abgenutzten und gilbgen Touch! Kommt ja Alkohol rein, das desinfiziert. Was ist das nur für eine schäbige Absteige?! Ich Sitz gerade in der Lobby wegen dem Internet und habe schon mit der Dusche „wer sich zuerst berührt verliert… oder bekommt Pilz!“ Gespielt – ich hab gewonnen 💪

Keine Ahnung was uns gleich noch beim Abendbrot erwartet… vielleicht ein Käfer im Essen? Oder morgen früh wieder die Rache 2.0? Passt ja dann gemütlich zum Flug nach Sansibar mit der Besten Billig Airline aus East-Africa… ich wollte mich ja ab heute wieder schick machen, da wir ja unsere Koffer wieder haben mit allem was wir mitgebracht haben. Aber aus trotz lass ich die alte Safari-Hose an und die Haare mach ich mir auch nicht. Für wen auch? Sind hier ja nur Einheimische und ein paar deutsche mit typischen Bierbauch oben ohne. Jedesmal wenn ich so ein Exemplar sehe möchte ich vor Scham gegen die nächste Wand rennen, damit der Schmerz alles übertönt… @alle deutschen Urlaubermänner: oben ohne am Pool & Strand is okay! In der Lobby und im Hotel ist das Misshandlung jeglicher Sinne im ästhetischen Sinne – Shirt drüber und fertig – Asante Sana Sana Sana!!!!

18:34 sagt die Uhr… in gut zweieinhalb Stunden könnte man schon die Augen zu machen und bis 6 Uhr pennen… zweieinhalb Stunden… 150 Minuten… das schaff ich!

Erkenntnis des Tages:

Nichtmal 24 Stunden können ja doch so lang sein 😩

P.S. Mir fällt gerade auf, dass ich hier keine Fotos gemacht hab. Will ich auch nicht! Als Ausgleich gibt es ein Foto aus dem Nissan French Toast, als Rinka pennte und Basti brav den Kopf vorm wegkippen hielt… Super Typ 👍😋

Reisetagebuch 5. Tag