Eins vorweg: Gut ist den Mut zu fassen Angels Landing trotz Höhenangst anzugehen. Schlecht ist auf 2/3 des Weges to the top in Schockstarre zu verfallen… Aber von vorne – ihr kennts 😊

Der Tag beginnt früh… mit 5.10 Uhr sehr früh! Wir haben zwar die Permission um auf des Engels Landezone zu gehen, aber mit dem Auto in den Park dürfen wir (eigentlich) nicht. Wer vor 6 Uhr in den Park kommt, Brauch nichts zu zahlen. Da wir kein Jahreskärtchen für die Parks haben, nutzen wir dieses kleine Schlufloch, um zu Angels Landing hoch zu kommen. Wir sind alle guter Dinge, müde, kaum ansprechbar und schnell reizbar, aber guter Dinge 😄

Der Berg hinten mittig = Angels Landing

Wir fahren also zum Visitor Center um uns dann mit Shuttel Bussen zum Startpunkt fahren zu lassen. Die Sonne lässt uns um diese Zeit noch in Ruhe, was in eine wirklich angenehme Wandertemperatur und Geschwindigkeit münzt. Wir sind gut unterwegs, kommen echt zügig voran und sind von der Kulisse mehr als beeindruckt.

Blick ins Tal

Schritt um Schritt geht’s den Weg hoch in Summe sollen es bis 500 Höhenmeter sein. Der Weg ist gut ausgebaut, tatsächlich komplett bis hoch alles (mehr oder weniger professionell) mit Beton gebaut. Die Wiggles sind super schnell erreicht und im Zick Zack gehts den Höhenmeter an den Kragen.

4 Hübschies auf dem Trimm Dich Pfad
Die Wiggle Wiggle Wiggles

Ungelogen – der Wanderblitz Ramoni treibt uns den Berg hinauf. Es dauert keine 60 Minuten dann sind wir oben am Startpunkt für den Lebensmüden Hike entlang zum Engels Landeplatz hinauf. Ja ich habe Höhenangst und ja es geht maybe links und rechts ein paar hundert Meter runter… aber ich muss da ja nicht hingucken sag ich mir und behalte mir den Mut und Lebenswillen das Verrückte auch mal durchzuziehen.

Noch hat er gut lachen der Bub… 😅😅😅

Es geht los! Die ersten Meter flutschten ich bin hoch motiviert mit festem Tritt. Der Weg ist wild geschichteter Stein, Schrägen, Abhänge, Wurzeln hier und da Sand. Es sind zur Sicherheit natürlich Ketten zum festhalten am gesamten Weg fest verankert im Berg angebracht. Irgendwo auf dem Weg wird mir ein Mann Mut zusprechen: „Immer langsam und stätig! Halt dich an den Ketten fest!“ Ich erwidere nur salopp: „Jap, danke – die Ketten und ich sind heute ‚in Love‘“ – wir beide mussten lachen und weiter geht’s. Wie Gollum sagt: Rauf, rauf, rauf! Immer schön die Treppe rauf!

Einfach nur crazy…
Pummelfee 🤬 -Fake- 😂😂
Die schmalste Stelle – 70 cm +- bis Abgrund
Was soll ich sagen… dem Tod heute die Stirn geboten
Geiel… ja!!!

Ramona und Stefan sind uns inzwischen gut 50 Meter voraus. Für mich kommt gefühlt jetzt das schlimmste Stück. Es geht immer weiter rauf. Stufe um Stufe auf dem schmalen Felsen. An einem etwas breiterem Stück warte ich auf Hendrik und mache DEN Fehler – ich schaue zurück. Was ich sehe ist:

Links im Bild die Stange mit Kette die den Weg runter markiert.

Auf den ersten Blick denkt man sich: oh wow, was ne Aussicht. Was mein Hirn in dem Moment realisiert: du bist auf 1500 Meter über Null auf einem schmalen Stück Fels, wenn du wieder runter willst, schaust du deiner größten Angst mitten ins Gesicht (Blick nach unten gerichtet in die Tiefe). Ich drehe mich sofort um, aber da war’s schon zu spät. Kopfkino geht los und der Weg weiter nach oben dient dem Kino nur noch als Katalysator.

Mir wird heiß und kalt. Ich setze mich. Hendrik ist inzwischen an mir vorbei. Ich sage ihm nur noch das ich nicht weiter gehen werde und hier auf alle warte. Das war circa 50 Meter unterhalb der Spitze … knapp circa da wo der Finger ist:

Kurz oberhalb der Fingers hab ich gesessen
Das letzte Stück hoch bei dem ich passe.

Die Vernunft sieht einmal mehr und ich bleibe wo ich bin. Ich setze mich und starre auf meine Füße Minute um Minute. Nach links recht oder gerade aus geht ja nicht, das verstärkt im Grunde alles… es vergehen mindestens 15 Minuten in denen ich mich mit mir selbst beschäftige und auf meine Füße starre, bis ich folgendes in WhatsApp absetze:

Das wichtigste bei solchen Hikes – das Team

Es war in dem Moment gut zu wissen den Zuspruch zu bekommen. Ich würde auch jedem in so einer Situation raten den Mund aufzumachen. Nach Hilfe fragen tut nicht weh und führt in unter 1% der Situationen zu Ablehnung 💪 ich sitze circa eine Stunde da oben und starre auf meine Füße. Hin und wieder kommt ein kleines Kack-Eichhörnchen vorbei, dass ich einfach nur anfauche und es in Todesangst Reiß aus nimmt und mich anpiept. Ich war in dem Moment richtig genervt und angespannt aus gewissen Gründen. Als es piept brülle ich dann nur noch zurück: Halt die Fresse!!!!1!!1!1!!!!!

Immerhin haben die drei es bis zum Blick ins Tal geschafft

Als alle drei wieder unten waren geht Stefan voraus und guided mich etwas, was mich wirklich beruhigt. Das erste Stück was wir gemeinsam zurücklegen war tatsächlich gleichzeitig das schlimmste. Es ging gut und ich kam gedanklich wieder in den Trott: links und rechts ausblenden, Fokus auf den Weg und auf den nächsten Schritt. Es funktioniert und der Rückweg ist weniger schlimm als die eine Stunde zuvor angenommen. Es dauert keine 30 Minuten dann sind wir auch schon wieder Safe weg von dem schmalen Grad zu Angels Landing hoch. Was aufgefallen ist: es war so klug schon so früh loszugehen. Auf dem Rückweg nach unten gibt es auf dem schmalen Weg schon Stau durch Menschenmassen. Ein Ranger erzählte uns dass man es auf 800 Personen pro Tag beschränkt hat weil es vor rund 4000 pro Tag waren die sich den Weg da hochgequetscht haben. Mir waren schon die paar Leute auf dem Rückweg zu viel 🫢🙈 nach jedenfalls bin ich happy heil runtergekommen zu sein. Allerdings noch nicht ganz runter da wir beschließen gegenüber von Angels Landing einfach einen Trail zu nehmen und zu erkunden was da halt so ist. Spoiler: weitere geile Aussichten zum Park 🙂 Hier ein paar Bilder:

Stefan vor einem Berg…
Ramona vor einem Berg…
Hendrik vor einem Berg
Wir alle vor einem Berg…
Der Berg…

Es war ein anstrengender Hike. Insbesondere unsere Expedition von der wir nicht wussten, wohin wir kommen. Es war aufregend, beängstigend, wunderschön, anstrengend und zufriedenstellend zu gleich. Mit maximaler Motivation nehmen wir sogar noch den Hike von morgen mit, weil die Emerald „Pools“ auf dem gleichen Weg liegen und auch nur 1 Meile zusätzlich bedeuten. Nun.. ich mach’s kurz: es warn Reinfall. Eine überlaufene Kackscheisse voller Touristen die entweder ihren Wanderzenit schon vor 30 Jahren überschritten hatten, oder in erst in min 10 Jahren erreichen werden. Die größte Enttäuschung waren aber die „Pools“ oder wie ich sie aufgrund von Wassermangel nennen würde: grüne Pampe Tümpel… maximal enttäuschend.

Kein Emerald…
…und erst Recht kein Pool…

Nunja… wir gehen dennoch zufrieden aus den Park und genießen den Rest des Tages. Morgen steht wohl noch ein größere Hike hier an. Haben wir gerade hier beschlossen in unserer Denkerecke

Die Hotel Lounge xD

Ich vermute wir fallen heute tot ins Bett… Aus meiner Sicht zu Recht!

Erkenntnis des Tages: auch aus einem Fehlschlag kann etwas positives mitgenommen werden. Never give up, always keep trying!

Ramonis Blog:

[Tag 5] Drei Mutige und ein Panik-Guy [Click me]