Das wir in Urlaubsstimmung sind und uns niemand treibt, merkt man gaaaar nich! Der Vormittag vergeht wie im Flug. Immerhin haben wir inzwischen Routine darin – Frühstück am Meer, Frühstück verdauen… am Meer, Blicke schweifen lassen über die Wellen vom Meer, in die Sonne legen auf der Sonnenliege am Meer… ich glaub mehr Meer wäre ein Mehrwert gewesen aber wer wird denn schon meerckern?! 🤷🏻‍♂️ Gegen 14.30 Uhr beginnt heute unser Highlight – Quad Tour am Rande des Teide Nationalparks. Dazu müssen wir allerdings nach Santiago del Teide, also wieder einmal quer über die Berge zum Westende der Insel. Was uns erwartet wissen wir nicht wirklich. Es heißt zwar Safari und geht durch nen Wald, aber mal ernsthaft, wer bucht sich denn ne Quad Tour um nen Wald zu bestaunen? Wir wollen eigentlich nur mit den Quads schrubben und das ja… dürfen wir auch. Kurz vor halb sind wir da und werden erstmal eingekleidet in… irgendwas, was sich Bikerklamotte nennt, zumindest kann ich das aus den dreckigen lila Fetzen erkennen der mir als solches angedreht wird. Dass ich dabei noch ganz gut dabei bin, höre ich als Stefan von einer noch nassen Jacke spricht. Junge, was haben wir hier gebucht? Dschungelcamp 2.0 – wer als erster kotzt verliert? Wobei richtig lecker wird es erst, als wir die „Schutzhelme“ bekommen. Ich kann nicht in Worte fassen wie braun das Innenleben dieses Helmes war. …und ich dachte die Jacken wären an Widerlichkeit nicht zu überbieten – denkste. Dass mein Helm schon ein Riss hatte und „Schutz“ nicht mehr in dessen Sprachgebrauch vorkommt, brauch ich glaube nicht zu erwähnen. Naja Ekelfaktor unterdrückt und der tollen Einweisung gelauscht. Wir haben AutomatikQuads was es einfacher macht und wir bekommen unsere eigene Tour. Nur der Guide und drei Boys ✌️ Läuft! Der technische Zustand der Quads ähnelt der Klamotte die dank Keim an uns klebt. Die Tour über beruhige ich mich immer wieder mit den Worten: „Das muss so klingen!“ wenn ein komisches Geräusch an meine Ohren gelangt. Meistens isses ein neurotisches, irres Klappern, manchmal auch ne gequälte Fehlzündung oder ein überlasteter Minimotor zwischen meinen Friki-Schenkeln. Nach einer kurzen Testfahrt auf dem Hof schallt es uns entgegen „Alemánia best divers!“ 🤙😏 Aber sowas von easy, Vollgas Kumpel wird schwitzen in unseren Keimbehältern und brauchen Frischluft Zufuhr! Gehört getan, es geht auf die Straße. Die ersten 10km sind quasi der Weg zurück den wir gekommen sind. Schön kurvig und gut um die Physik des Grünen Stachels, so wie ich meinen SchrottQuad nenn, kennen zu lernen. Erstes Highlight eine schmale steile Straße, bei der Anlauf und Vollgas Pflicht ist. Ich lass den Guide Vorfahren und drück dann den Daumen – mein Gaspedal – voll durch. Der Stachel jault auf, alles vibriert, und das Gefühl das die Antriebskette gleich den Geist auf gibt und mir um die Ohren fliegt wird größer. Als es wirklich hoch geht verfliegt die Angst wie im nu, denn die Power vom Stachel reicht bei weitem nicht. Aus Hilfe ich explodiere gleich wird Hilfe ich sauf gleich ab. Der kleine quält sich aber schafft es meinen Körper nach oben zu bringen. Ein paar Kilometer später geht es hinein in den Park – Schotterpiste, wer jetzt ganz hinten ist, hat die staubige Arschkarte… lasset den Spaß beginnen! Die Kurven waren eng und in jeder Kurve – so will es das Gesetz – muss man Vollgas heraus beschleunigen und mit dem Heck wegrutschen (und dem Hintermann den Dreck ins Gesicht Schleudern)… so will es das QuadGesetz. Wenn der Guide das macht, dann hat der Typ hinter ihm schon einiges an Staub zu schlucken. Der Typ hinter dem Typ schluckt dann von zweien und der Typ hinter dem Typ hinter dem Typ hat Glück wenn er noch was sieht aber der schluckt für drei! Da wir ein rollierendes System haben und jeder mal vorne Fahren & Sehen, sowie hinten Fahren & Nichts Sehen & Beten darf hat jeder mal was vom driften um die Kurven. Je länger wir da so fahren, desto rasanter und waghalsiger werden unsere Drifts. Auch auf langer gerader Strecke werden schon mal absichtlich Schlangenlinien gefahren um extra viel Staub auf zu wirbeln. Man möchte dem Hintermann ja keine Zeit zum durchatmen lassen … so will es das Gesetz 🤗! Die Abschnitte in denen ich ganz hinten war kann ich nicht wirklich beschreiben. Ich war eigentlich permanent damit beschäftigt zu zwinkern, meine natürlichen Scheibenwischer gegen den Staub und sofern möglich darauf zu achten, dass ich genau in der Staubwolke bleibe! Wieso genau drin? Wenn man nicht drin war, konnte man sehen dass man zu weit am Rand fährt. Der Weg war nicht so breit, dass zwei Quads nebeneinander gepasst hätten. Dafür war der Abhang steil genug um einen Quadfahrer den Urlaub zu vermiesen oder das Leben auszuhauchen 🤷🏻‍♂️ also sah ich zu entweder Vollgas durch die Staubwolke, oder im stehen etwas darüber zu kommen. Letzteres war allerdings auch nur bedingt hilfreich. Das Ausmaß der StaubTour konnten wir bei der ersten Pause sehen – Halleluja 😂👦🏽🧔🏽👴🏽

Der Rückweg gestaltete sich analog mit einem kurzen Abstecher durch so ein Bergdorf. Straßen wo auch nur ein Quad durch passt 🙈 In Summe sind wir 2,5h unterwegs gewesen. Der Guide hat mit der GoPro / seiner GoPro einige gute Bilder und Videos hinbekommen. Gegen mucho dinero konnten wir die natürlich auch erwerben. Ham wa jemacht – man lebt nur einmal!

Gegen 18.15 Uhr waren wir zurück im Loft. Klamotten voll Staub, Lunge voll Staub, Nase verkrustet wegen Staub und einmal Augenreiben fühlte sich an, als ob man die Augen mit Schleifpapier bearbeitet. Fix duschen und dann in die Stadt essen bei El Camino. Das erstmal Tapas in diesem Urlaub. So haben wir den Abend dann ausklingen lassen bei nem Bierchen, Tapas und Menschen die an unserer Bar vorbei gingen 🤷🏻‍♂️

Achja die beiden Mädels ausm Brunelli‘s haben erst zu dann kurz vorher wieder abgesagt… Pfft, Da gibt es nichts hinzuzufügen – Arschkühe!

Erkenntnis des Tages: Tapas muss nicht immer Fisch sein und Fisch muss nicht immer eklig sein ☝️🤗

[Tag 7] Friss Staub, Baby!