Okay gestern waren’s 7h Autofahrt… heute 4h aber gern von vorne.
Die Nacht im Best Western war… sagen wir mal: unvergesslich. Ein Raum, der so kompakt war, dass man sich fragte, ob er nicht versehentlich aus einem Wohnmobil ausgebaut wurde. Zwei Kingsize-Betten, die sich so innig aneinander schmiegten, dass sie vermutlich schon verlobt sind. Platz für einen Koffer? Klar – wenn man bereit ist, akrobatische Höchstleistungen zu vollbringen, um danach noch irgendwie das Bad zu erreichen. Ich glaube, ich habe nachts versehentlich jemanden in einem anderen Bett umarmt – so eng war’s. Kuscheligkeit: 10/10. Privatsphäre: irgendwo zwischen „Gruppenumarmung“ und „Schlaflager auf Klassenfahrt“.
Kurz gesagt: Ich habe selten so… interessant übernachtet. Gut dass die Nacht früh zu Ende war, wir uns das Frühstück gönnten und dann direkt nach Norden abgebraust sind. Eine Vier Stunden Fahrt stand auf dem Plan. Es geht ins Gebirge in Richtung Yellowstone.
Immer noch wild welchen Platz die hier haben und wie verdammt weitläufig alles ist. Wir schieben uns Kilometer um Kilometer also nach Norden. Wir kommen gut durch bis wir dann Jackson erreichen. Die letzte größere Stadt vor dem Teton und Yellowstone. Spannenderweise ist hier zwar alles von Touristen geprägt, aber die Preise sind nicht Touri-Like. Im Gegenteil: für meinen White Choco Mocha zahle ich nochmal 1$ weniger als in Salt Lake City… unter 7$ – Hach wie schön! So schmeckt er doppelt so gut 🥰
Gegen 14 Uhr erreichen wir endlich die Park Region – voller Vorfreude und mit dem leisen Hoffen auf ein bisschen Naturidylle. Doch schon der Stau an den Eingangskontrollen flüstert uns ins Ohr: “Wendet, solange ihr noch könnt.”
Drinnen dann die volle Dröhnung: Der Park wirkt, als hätte jemand eine Pauschalreise für ganz Europa ausgeschrieben – und alle sind gekommen. Touris, wohin das Auge reicht. Natur? Nur zwischen den Selfiesticks zu erahnen.
Wir drehen unsere Runden auf der verzweifelten Suche nach einem Parkplatz für unser majestätisches Raumschiff, die U.S.S. Germany. Nach schlappen 15 Minuten Kurverei durch das urbane Asphalt-Biotop des Besucherparkplatzes finden wir endlich eine Lücke – vermutlich die letzte ihrer Art, ein echtes Einhorn unter den Stellplätzen.
Abenteuer Natur, Version 2.0: Jetzt auch mit Parkplatzdrama und Menschenmassen-Feeling!
Nunja, hinein ins Getümmel – erstmal in den Store, ganz klar. Was denn auch sonst? Guck nicht so! Das ist wichtig. Wir sind schließlich alle Grand-Teton-Jungfrauen – unser aller erstes Mal hier. Und wie wir alle wissen: Erstes Mal = neuer Pin für den Rucksack. Das sind Regeln. Naturgesetze quasi.
Also rein in den Souvenirpalast, einmal tief eingeatmet (Plastikgeruch inklusive) und zack – ein wunderschön generisch glänzender China-Import für schlappe 10 Dollar wechselt den Besitzer. Dazu noch ein Magnet für die Daheimgebliebenen – weil Liebe durch Kühlschranktüren geht. Und nein, bevor die Frage aufkommt: Auch hier keine Freiheitsstatue im Angebot. Schockierend, ich weiß. 🙈


Dann endlich raus aus dem Merchandise-Wunderland und rein in die echte Natur: Wir planen einen kleinen Hike – wobei „Hike“ hier ein großes Wort für das ist, was eigentlich ein ausgedehnter Spaziergang am Lake Jenny ist. Wir folgen dem Ufer gemütlich bis zu einem Flüsslein, das sich dramatisch unbeeindruckt in den See ergießt.

Keine 10 Kilometer – also sportlich eher Kategorie „Rentner mit Nordic Walking-Stöcken“ als „Survival-Trip“. Und bei angenehmen 28 Grad ist das hier nach den letzten Tagen auch wirklich nur noch lauwarme Luft. Im Vergleich zu der Hitzebrutzelei zuvor: Pillepalle mit Aussicht.


Wir brauchen rund 3 Stunden für den Teton. Mit Sicherheit ist hier noch mehr raus zu holen. Die Gegend ist sehr schön aber uns lechzt es nach dem Yellowstone und der Teton war nur eine nette Hike-Einlage mit Überraschungspotential – ganz unironisch. Wirklich nice hier. Dennoch müssen wir weiter das Hatchet Resort wartet auf uns und ebenso ein Abendbrot… auf der Speisekarte stehen eigentlich alle Leckereien die man so erwartet. Was mich überrascht sind Elch Medallions in einer Huckelberry-Soße. Klingt vielleicht seltsam, war aber wirklich lecker. Mindestens genauso lecker wieder Preis von 55$ für die drei Mini-Medaillons. Naja wir sind im Urlaub, wir sind im YOLO-Modus – just swipe it.

Der Tag war schön. Wirklich schön! Nach so viel gefahre was es gut mal wieder für ein paar Kilometer zu laufen. Genug ausgeruht im Auto 😜 morgen geht’s dann final in Richting Yellowstone. Unser Plan da morgen: erstmal in einem Rutsch die „wichtigsten“ Touri Stationen abklappern in einer Art kleinen Parkrundreise. Das gibt uns nämlich die Zwei Tage danach die Freiheit direkte Park-Hikes zu absolvieren, Natur, Tiere und freilaufende Bären zu suchen. Voll gut – ick froi mir!
Erkenntnis des Tages: Elch schmeckt ziemlich genau wie Schwein und ein Bison-Burger-Patty schmeckt auch wie Elch 👀😂
Ramonas Sicht der Dinge 🙂