“6 inch, Chicken rosted, Italien Style with cheddar cheese!” Da ist sie wieder die morgendliche Gewohnheit. Wenn ein Frühstück mit 2 Eiern und Bacon 11$ kostet im Hotel, dann ist ein Sub auf jedenfall die bessere Alternative. Schnell also was hinter die Kiemen geschoben, dann das Auto gefüttert – mit gut 15 Liter auf 100km braucht es öfter mal was zu trinken – und dann ab zum Bryce Canyon. Der letzte Canyon auf unserer Tour. Wir haben Bergfest, die Hälfte des Urlaubs ist rum und irgendwie sind uns die letzten Tage anzumerken. Rein in die Kartoffeln und wieder raus, nervt uns zusehens. Wir freuen uns auf zwei Nächte Vegas, aber erstmal der Überraschungsbesuch.

Der Bryce Canyon sieht witzig aus. Gesteinsformationen wie eine Kleckerburg. Wir sind beeindruckt, das fetzt, ist am Ende dann aber doch wieder “nur” Sand und Stein. Der Wow-Effekt existiert, aber wir haben in den letzten Tagen so viele Superlative gesehen, so viel beeindruckende Bilder gemacht und bekommen. Der Bryce Canyon ist also in guter Begleitung. Die Vorfreude auf Vegas, die zwei Nächte Hotel und die kommende Abwechslung bewegen uns dazu nur den kleinen Rundgang durch den Bryce zu nehmen – 1.4 Meilen – das ist selbst für die Couchpotato ein klacks. Also raus dem Canyon der aussieht, als “looks like God had a gippy tummy here!” [Zitat, Ami hinter mir]. Es ist kurz vor eins als wir losziehen. Auf dem Rückweg ist es verdächtig still im Auto. Einer fährt – zwei pennen. Wir sind sowas von gerädert 😃

Als wir durch den Zion Canyon kommen, wird es nochmal lauter im Auto, mindestens 10 weitere Wow-Blicke über weitere Felsen, Berge und Abhänge. Ich glaube ich brauche Monate um das alles hier zu verarbeiten. Auch im Zion gibt es unzählige Möglichkeiten, locker 3-4 Tage zu verbringen. Die USA ist schon ein verrücktes Land und in die Hochburg der Verrücktheit, des Irrsinns fahren wir gerade. Wir kommen nördlich rein in Vegas, Vororte, Kontraste, Obdachlose vor einer Skyline die Unglaublicher nicht sein kann. Noch ist es hell, wir fahren zum Hotel und wollen erst zum Zimmer und dann die U.S.S. Germany abgeben. Das Hotel sieht von draußen eher kleiner aus, als im direkten Vergleich mit der Nachbarschaft. Wir betreten die Lobby – BÄM! – klein? Am Poppes! 15 Check in Schalter und Schlange zum anstehen. Was hier für ein Verkehr ist, Hammer! 10 min später kommen wir zu ner Dame die mit ihren Fingernägeln Suppe löffeln kann, aber keine Taste am PC einzeln treffen kann – 3cm minimum! Sie erklärt uns im Ami Slang das unsere Zimmernummer 10744 ist und das wir hier lang, da hoch, am Starbucks vorbei und wieder hoch müssen. Ich höre nur Starbucks und hab den Rest sofort wieder vergessen. Ein Starbucks im Hotel? Nice! Wir gehen los, Fahrstuhl hoch, 2 Stock links gedreht, Endloser Gang mit Zimmern – Wo soll hier Starbucks sein??? Wir treffen auf ein Rentnerpaar die nach dem Fitnessraum suchen. Ja kein Plan, wir finden nichtmal unser Zimmer! Nachdem wir hoffnungslos umherirren, hat Stefan die Idee mit Google Maps uns zurück auf die Richtige Bahn zu bringen. Ja, siehe da, da Navi kann helfen und wir finden zur Lobby zurück – neuer Anlauf! Hoch diesmal rechts und ja, wir sind in der Einkaufsmeile. Laden an Laden, Gucci, Fressbuden, Starbucks und… ach ja, erwähnte ich bereits, dass es in unserem Hotel einen Freizeitpark gibt? Inkl Achterbahn und Looping?! Was zur Hölle! Nach weiteren 5 Minuten haben wir unser Zimmer mit Blick auf den Hinterhof – schade, gehofft haben wir alle aber egal! Runter Koffer holen … auf dem Rückweg laufen wir wieder in die Falsche Richtung. Diesmal am Main Casino vorbei, erstes Vegas Feeling im Anflug! So langsam geht es flotter hier, Koffer hoch, Auto leer und zum Flughafen, abgegeben – ohne Kontrolle. Einfach und und danke! 2700 Meilen – selbst der Ami war beeindruckt. Zurück zum Vegas Strip nehmen wir ein Taxi – Dodge Charger – oh my holy Lord! Der Taxifahrer typisch Ami – 100% Franklin aus GTA – jung, cool, lustig, yo maaan kaum zu verstehen. Wir fahren los, der Motor heult – geil man!!!! Mehr!!!! Das versteht auch Franklin, er gibt Gas! Über den Freeway peitschen wir auf den Strip, links überholt, rechts vorbei, der Tacho zeigt 80 Meilen, der Motor schreit innerhalb kürzester Zeit sind wir am Strip geflasht von der geilsten Taxifahrt überhaupt. Franklin will nach Europa und braucht Tipps für den besten Weed und die “hottesten chicks” wir geben ihm ein paar Tipps und er freut sich auf 2000 Frauen in Europe 😉 kranker Kerl!

Der weitere Abend verläuft typisch, wir gehen den Strip entlang, lassen uns von den Lichtern, den Gebäuden und Menschen beeindrucken. Im M&M’s World finde ich mein persönliches Highland. Im Halbkreis angelegte Röhren voller M&M’s jede mit ner anderen Sorte, Farbe, Geschmack – min 40 Säulen, Mega! Ich kauf ne neue M&M Kaffetasse für die Arbeit und verlasse das Mekka wieder. 4 Etagen – starker Schuppen 😃

Die Show vor dem Bellagio hält uns natürlich auf im weitergehen. Wir schauen den Springspektakel auf dem Wasser zu, bevor wir direkt ins Hotel gehen und mitten im Zockerleben stehen. Roulette, Poker, Black-Jack, Automaten mit und ohne Arm, Blink, Piep, Klimper – 1:1 wie aus dem Fernsehen! Wir schauen bei einigen Spielen zu. Beim Roulette Tisch wird uns bewusst, was hier für Kohle minütlich über den Tisch geht. Minimum Einsatz 15$! Die 32 fällt einer Jubelt, die anderen 100 Chips gehen an die Bank, das waren locker ein paar 1000$ – heftig! Wir gehen wieder raus und über den Strip, Strechlimosinen jeder Art und Form, mehrere Lamborghinis brüllen vorbei. Das ist ne geile Stadt! Den Strip einmal komplett gelaufen falle ich gegen halb eins ins Bett, noch ein Bierchen für 6$ geholt und ich schlafe glücklich ein… morgen! Morgen zock ich auch mal 😃

Erkenntnis des Tages: wenn du denkst, besser geht’s nicht, legt Amerika immer wieder einen oben drauf!

[USA 11. Tag]