Der Wecker klingelt nicht! Wir schlafen aus – schließlich haben wir Urlaub und da darf das ruhig mal sein. Wir entscheiden uns heute Orlando zu erkunden und im Laufe des Tages die Frage nach DEM Park, welchen wir dann morgen besuchen werden, zu entscheiden. Disney, Universal Studios oder SeaWorld – das wird die Frage des Tages sein. Aber zunächst Orlando, die Stadt kennenlernen, was sehen, erleben. 12.30 Uhr waren die drei Herren dann mal fertig und es ging runter in die Lobby, Kaffee bei Starbucks und raus in Leben, oder gegen die Wand. Es regnet nicht, aber das Wetter ist… nein nicht schlecht, nicht mies, es ist einfach ekelhaft! 32 Grad 35000% Luftfeuchtigkeit. Der Wind fühlt sich an, als ob mir jemand mit einem Fön frische Luft zu wedeln will. Wir bestellen einen der mobilen Uber-Kühlschränke, um nach Downtown zu kommen. Dem pulsierenden Zentrum Orlandos. Der Fahrer diesmal ist nett, angenehm, nervt uns nicht mit unserem Mini-Jetlag. Bevor er uns raus lässt, stellen wir ihm unsere Frage des Tages: Universal Studios! Okay, wir sind in Downtown, die Sonne ist hot, die Luft drückend und der Sauerstoff auf Urlaub. Wir gehen zwei Schritte, als der Körper anfängt massive Gegenmaßnahmen zu starten. 31 Grad im Schatten, die Frisur sitzt, der Schweiß rollt. Wir gehen in einen Park mit See in dem es Fischschwärme in Massen gibt, welche von einer Schildkröte begleitet werden, nett! Beim weiterlaufen trete ich fast auf eine Mini-Echse. Was bei uns die Frösche sind, sind hier die Miniflitzer. Orlando an sich und auch speziell Downtown hauen uns echt nicht vom Hocker, da sind wir inzwischen anders gebauchpinselt wurden. Wir beschließen was essen zu gehen – ganz leckeren -sorry- Dünnpfiff Burrito – der war im Grunde essbar, aber die Masse im Mund wurde immer mehr. Bohnenbrei soll das gewesen sein – ich glaube ich brauche Monate um das kulinarische Highlight aus meinem Kopf zu streichen. Während wir den Bohnenbrei im Teigmantel hinunter zwingen, stellen wir gemeinsam fest – Orlando Downtown kickt nicht, hier ist keine Menschenseele und niemand auf den Straßen. Wir sind enttäuscht und versuchen für Chris nen Laden für eine neue Uhr zu finden. Uber bestellt und wieder in die Nähe unseres Hotels zurück gefahren. Daniel ist ein cooler Typ. Auch er findet Orlando schrecklich. Downtown ist tagsüber etwas fürs Business. Da kann man nichts sehen oder erleben, bei der aktuellen Hitze kein Wunder. Daniel erzählt uns dass es erst Abends spannend wird zwischen 18 und 02 morgens – Orlando ist eine Nightlife Stadt.
Im vermeintlichen Shopping Center angekommen, stehen wir mal wieder vor dem Nichts. Hier ist einfach nichts. Gerade mal ein Ben&Jerry Laden kann uns aufheitern, aber nur weil es ne Tiefkühltruhe auf dem Weg ist. So irren wir ne Weile durch die Gegend und laufen Final den International Drive in Richtung Hotel. Dabei nutzen wir unsere Survival-Taktik bei diesem Wetter – Kühlschrank Hopping! 500m Laufen, 5 Min in irgendeinen Laden sich abkühlen und tun, als ob der Krempel da einen interessiert. Ich klebe so am ganzen Körper! Wirf mich gegen ne Wand und ich bleibe kleben wie die Spaghetti al dente aus der Werbung! Es ist so eklig. Plötzlich ein paar Tropfen, Flucht in den nächsten Laden – Strfan hofft endlich auf Abkühlung. Wenn du denkst, da geht nicht mehr, zaubert Orlando noch ein paar % Luftfeuchtigkeit her! Es wurde noch schlimmer und mit kreisenden Bewegungen könnte man sich in der Luft die Hände waschen – gefühlt. Unglaublich! Ein Regenschauer weiter verkriechen wir uns in ein Lokal, 3 Bierchen und ein paar Pommes bis der Regen vorbei ist. Weiter in Richtung Hotel – ich bin so kaputt und müde! Irgendwann kommen wir in ein Outlet, erste Tür geöffnet – ein Eiswind kommt mir entgegen, immerwieder krass! Chris und Stefan sind shoppen, der alte Mann sitzt auf ner Bank und sinkt in sich zusammen. Ne Stunde später – Uber ins Hotel! Danielle erklärt uns auch nochmal dass Orlando nur Parks hat und sonst nix. Disney sollen wir lassen. Universal ist cool, SeaLife aber auch. Am Ende entscheidet bei dieser Frage das Geld und die Aussicht auf lange Warteschlangen. SeaLife kommt uns günstiger. Wesentlich günstiger, weshalb der Park um Shamu den Orca das Rennen macht. Ein kleines mulmiges Gefühl haben wir schon im Magen, denn der Park ist nicht unumstritten… nachdem Orlando uns heute jedoch so im Stich gelassen hat, ist uns das für morgen, den letzten Tag hier, schnuppe.
Erkenntnis des Tages: Orlando ist ohne Parks genau so spannend wie Leetzdorf in Ostfriesland…nur eben 10 Mal so teuer!