Aua! Die Tour durch die Staaten scheint eine Tour the Pain zu werden. Am Ende des Tages wird der Schrittzähler von Stefan irgendwas um die 65.000+ anzeigen, meine Füße, mein Rücken und zuletzt mein Knie unterschreiben das. Aber spulen wir auf Anfang…
Der Tag begann… “6 inch, Chicken Roasted Italien Style with cheddar cheese!” – ein sub geht immer
voller Tatendrang und Entdeckerlust starken wir uns. In unserer Euphorie zeigt uns Frisco direkt morgens seine schräge Seite. Eine Verwirrte stellt sich in den Eingang und fixiert und drei. Keine Ahnung was sie will, aber sie markiert erstmal – spit! – ein Flatschen vor die Tür, der zweite geht direkt in den Subwayladen. Wir beschließen zu gehen, im Vorbeigehen murmelt sie noch irgen ein Zeugs… Whatever, ekelhaft – blos weg!
Ein Plan haben wir nicht, nur grob wollen wir Richtung Alcatraz und dann zur Golden Gate. Ziel gerichtet stampfen wir los, vorbei an Obdachlosen, Gruppen von Youngstern mit Rap-Sound aus den speakern und Hosen sitzend jenseits der verständnisgrenze. Wo man in Germany noch über den sichtbaren Ansatz der boxershorts lächelt, sitzen hier die Hosen unterhalb des Hinterns. Manche tragen Gottseidank ne saubere Shorts, andere nur nen Schlüppi… Lächerlich, aber hey in 5 Jahren lassen die die Hose vll ganz weg, wenn se eh nur auf Knöchelhöhe hängt.
Auf dem Weg zum Pier lassen wir uns von ner netten Saint Peter und Paul Roman Kirche ablenken da direkt davor eine Gruppe in rot-weiß gekleidet nach chinesischen Klängen tanzt – klar einige schräge gestallten machen auch mit, aber ebenso normalos die dadurch womöglich einen Moment innerer Ruhe finden. Die Musik lädt dazu ja auch ein – schöner Moment.
Weiter geht’s hoch zum Coit-Tower der leider auch überrannt und voll ist, aber der höchste Berg in Frisco lässt uns dennoch ein Blick aus die Insel werfen und natürlich unser Tagesziel – die Golden Gate, die noch so klein erscheint, dass man sie in die Tasche stecken kann.
Jeder Hügel den man in Frisco erklimmt, bietet eine atemraubende Sicht durch oder über die Stadt. Wenn man das nicht jeden Tag sieht – jedesmal dreht man um sieht zurück, atmet aus und hält inne… was eine tolle Location für so eine Stadt!
Weiter geht’s, Berg wieder runter zum Pier – kurz zwei Magnete für die Sammler daheim gekauft und dann zum besten Ausblick für die Insel gelaufen, je öfter ich Alcatraz sehe, desto mehr ärgere ich mich, das es keine Tickets mehr gibt auf die Insel und in den Knast. Kurzer Moment der Ruhe – mein Rücken meldet schon Warnstufe – und dann geht’s weiter, den Pier entlang Richtung Brücke. Mittagszeit – diesmal typisch Burger mit French Fries – Mega lecker! Die Pommes frisch und der Burger einfach nur
dazu ein paar leckere Corona Bier, spitzenmäßig – 85$ zusammen bitte! Egal, war lecker weiter geht’s am Wasser entlang. Dazu ein Ben & Jerry’s der Waffelduft allein lässt mich nicht dran vorbei gehen – Mint Chocolate Chunk ein Träumchen!
Die Brücke wird größer und wir laufen langsam am Strand entlang. Es ist gut gefüllt aber nicht überfüllt wie die Wharf am Tag 1. Kurze Rast am Strand – Mein Rücken meldet Alarmstufe gelb – wie gut dass die Brücke sich von hier in ganzer Pracht zeigt. Zeit für Stefan ein paar Fotos zu machen und Zeit für mich zum sitzen ![]()
Wir sind da, alles tut weh, aber wir sind hier. auf dem Weg zur Brücke treffen wir noch zwei Touris deren Cam den Geist aufgegeben hat. Wow, ich würd fluchen. Kurzer Hand tauschen wir die Speicherkarten und machen ein Foto von Pärchen mit unserem EQ. Die beiden kommen aus Heidelberg und haben mich von weitem als Deutschen eingestuft weshalb sie uns Ansprachen – wieso gerade ich ^.-
Die gute Tat für heute also erledigt, nun rauf auf die Brücke. 10.000 km am anderen Ende der Welt bei einem Wahrzeichen das um die Welt geht. Wacklig ist der Weg auf den roten Riesen. Laut, die Autos donnern im Affenzahn (45 mph) direkt neben dem Geländer an uns vorbei. Jeder Schritt nach vorne bedeute weitere Meter Luft zwischen mir, dem Boden und später dem Wasser. Step by Step dem ersten Pylonen entgehen. Wow – das ist ne Menge Stahl! Wir gehen weiter bis zur Mitte, da wo die dicken Drahtseile fast die Fahrbahn knutschen. Dann stehen wir da, es ist 18 Uhr Ortszeit, wir haben die fast untergehende Sonne im Rücken, schauen über den mächtigen Schatten der Brücke in die San Francisco Bay. Alcatraz sehen wir, wieder von einer anderen Seite, aber immernoch ein Wunschziel. Direkt daneben erhebt sich Frisco mit all den Hügeln und Bergen. Der Coit Tower – was zur Hölle! Der ist so klein ich kann’s kaum glauben dort vor 9 Stunden gewesen zu sein. Wir genießen diesen Blick noch einige Minuten bevor wir uns auf dem Rückweg machen. Auf dem Weg zurück schlägt der Rücken Alarmstufe Rot, die Füße eilen ihm zur Hilfe und als das Knie auch noch in den Streik gehen will, kapituliere ich – “Jungs, zurück nur mit Taxi!”
Ein schöner Tag: schmerzvoll, aber mit unvergesslichen Eindrücken. Noch auf der Brücke realisiere ich es – ich bin nicht nur physisch da, jetzt bin ich auch geistig angekommen und es ist einfach nur großartig…
Erkenntnis des Tages: Alt und totgeglaubte laufen länger ![]()